HIV/AIDS: Diagnose

Eine HIV-Infektion wird mithilfe eines HIV-Tests diagnostiziert. Dabei sollte die mögliche Ansteckung mindestens drei Monate zurückliegen. Ein kürzerer Abstand kann zu einem falsch negativen Ergebnis führen, weil noch nicht genügend testbare Antikörper vorhanden sind. Doch dann gilt: Je früher man sich zu einem Test entschließt, desto besser. Ein positives Ergebnis ist zwar ein einschneidendes Ereignis, jedoch kann man die Infektion nur behandeln, wenn sie bekannt ist.

Wo kann man einen HIV-Test durchführen lassen?

Für den HIV-Test gibt es mehrere Möglichkeiten. Bei den Gesundheitsämtern kann man ihn immer anonym und normalerweise auch kostenlos durchführen lassen. Da es bezüglich der Kosten jedoch Unterschiede zwischen den Bundesländern gibt, sollten Sie sich im Zweifelsfall zuvor beim zuständigen Gesundheitsamt erkundigen.

„Anonym“ heißt in diesem Fall, dass der Name oder persönliche Daten nicht genannt werden müssen. Der Getestete erhält eine Nummer, über die er dann sein Ergebnis abfragen kann. Im Falle einer HIV-Infektion kann er sich anschließend dort beraten lassen. Möglich ist eine solche Beratung immer auch bei den örtlichen AIDS-Beratungsstellen.

Weitere Anlaufstellen für einen HIV-Test sind Arztpraxen oder Krankenhäuser. Hier ist allerdings ein anonymer Test nicht möglich, da man sich bereits zuvor über seine Versichertenkarte ausweisen muss. Ein positives Ergebnis (natürlich auch ein negatives) wird darüber hinaus in der Patientenakte dokumentiert.

Wie läuft der HIV-Test ab?

Ist das Blut abgenommen, wird es an ein Labor verschickt und der Test durchgeführt. Das Ergebnis sollte dem Getesteten unbedingt in einem persönlichen Gespräch mit einer entsprechenden Beratung mitgeteilt werden, übrigens auch ein negatives. Denn auch hierbei ist zu bedenken, dass wegen der diagnostischen Lücke von drei Monaten nicht zwangsläufig eine Infektion ausgeschlossen ist. Ohnehin sind Schutzmaßnahmen stets sinnvoll, und das sollte ein Fachmann mit der getesteten Person erörtern.

Wer trägt die Kosten?

Ob die Krankenkasse die Kosten für den Test trägt, hängt davon ab, warum dieser durchgeführt wurde. Geht es nur darum, sein Ergebnis zu kennen oder eine Infektion nach einem riskanten Sexualkontakt auszuschließen, muss man den Test selbst bezahlen. Die Kosten können variieren. Besteht allerdings ein medizinisch begründeter Verdacht auf eine HIV-Infektion, übernimmt die Krankenkasse die Kosten.

Ein solcher Verdacht kann beispielsweise vorliegen, wenn einige Wochen nach einem riskanten Sexualkontakt Symptome auftreten, die eine akute HIV-Erkrankung befürchten lassen. Auch unklare Lymphknotenschwellungen, Fieber oder Infektionen können einen solchen Test medizinisch begründen. Im Falle von Verletzungen mit Nadeln oder scharfen Gegenständen bei medizinischem Personal trägt die gesetzliche Unfallversicherung die Kosten.

Auch im Falle einer Blutspende wird das Blut neben anderen Infektionskrankheiten auf HIV getestet. Aufgrund der diagnostischen Lücke sind die Blutspendedienste verpflichtet, Blutproben der Spender über ein Jahr lang aufzubewahren.

Beim HIV-Test werden in der Regel zwei unterschiedliche Testverfahren kombiniert: Der ELISA-Test für die Suche nach Antikörpern und der Western-Blot-Test als Bestätigungstest.

Ist das so abgesicherte Testergebnis positiv, wird der Arzt oder die AIDS-Beratungsstelle den Patienten eingehend über die Krankheit, den Umgang mit ihr und die weitere Vorgehensweise in Diagnostik und Therapie informieren. Anschließend führt der Arzt weitere Untersuchungen durch. Dabei stellt er das genaue Stadium der HIV-Infektion fest und sucht nach klinischen Zeichen für zusätzliche Infektionen.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 28.11.2012
  • Autor/in: vitanet.de; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin
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