Herzschrittmacher: Elektrische Impulsgeber steuern das Herz

Ein Herzschrittmacher ist ein elektrischer Taktgeber, der den Herzrhythmus steuert. Das flache Gerät in der Größe einer Streichholzschachtel wird in einem halb- bis einstündigen Eingriff unter lokaler Betäubung unter die Haut unterhalb des rechten Schlüsselbeins eingesetzt. Von dort aus werden die Elektrodenkabel durch ein zum Herzen führendes Blutgefäß bis ins Herz vorgeschoben und an der vorgesehenen Stelle im Herzmuskel verankert. Herzschrittmacher arbeiten mit einer Batterie, die etwa zehn Jahre hält. Danach wird sie ausgetauscht.

Ausgereifte Technik garantiert optimale Funktion

Die Schrittmacher-Technik ist inzwischen sehr ausgereift. Welcher Schrittmacher-Typ eingesetzt wird, richtet sich danach, in welchem Herzabschnitt die Erregung blockiert ist. So gibt es Geräte, die eine, zwei oder drei Kammern – Vorhöfe beziehungsweise Herzkammern – gleichzeitig stimulieren. Inzwischen gibt es sogar Herzschrittmacher, die auf körperliche Belastung mit einem Frequenzanstieg, wie er bei Gesunden normal ist, reagieren.

An den Minicomputer gewöhnt man sich schnell

Die meisten Schrittmacher-Patienten gewöhnen sich sehr schnell an das kleine Gerät in ihrer Brust und merken schon bald nicht mehr, dass ihr Herzrhythmus von einem Minicomputer gesteuert wird. Nur bei sehr schlanken Menschen ist das flache Gehäuse unter der Haut sichtbar, sonst wird es vom Fettgewebe verdeckt.

Entzündungen sind selten

Selten kommt es bei der Schrittmacher-Behandlung zu Komplikationen. So können sich die unter der Haut gelegene Schrittmachertasche als auch die Sonden, die zum Herzen führen, entzünden. Neben einer antibiotischen Behandlung ist dann meist die Entfernung des Schrittmachersystems unumgänglich.

Schwindel trotz Schrittmacher

Manche Patienten, die einen Herzschrittmacher tragen, haben außerdem weiterhin Beschwerden wie
  • starke, teils unregelmäßige und bis in den Hals wahrnehmbare Herzschläge (Palpitationen),
  • Schwindel,
  • Beklemmungs- und Angstgefühle
  • sowie Luftnot und Abgeschlagenheit.
Dieses sogenannte Schrittmachersyndrom lässt sich oft durch eine Umprogrammierung des Schrittmachers beheben.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 15.05.2015
  • Autor/in: Dr. Anne Dietel, Ärztin, Medizinjournalistin, Charité - Universitätsmedizin Berlin; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin
  • Quellen: Hendrik Lehnert, Karl Werdan: Innere Medizin - essentials. Georg Thieme Verlag Stuttgart 2006
  • Johannes-Martin Hahn: Checkliste Innere Medizin, Georg Thieme Verlag Stuttgart 2006
  • K. Alexander et al.: Thiemes Innere Medizin, Georg Thieme Verlag Stuttgart 1999
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