Medikamente sind in der Therapie der chronischen Herzinsuffizienz unerlässlich

Die Herzinsuffizienz entsteht oft als Folge anderer Erkrankungen wie Bluthochdruck und koronare Herzkrankheit. Eine Behandlung der Grundkrankheit ist deshalb der erste Therapie-Schritt: Der Blutdruck muss optimal eingestellt, das Myokard besser durchblutet, ein Klappenfehler operiert und eine Entzündung ausgeheilt sein.

Je früher die Behandlung, desto größer die Erfolgschancen

Auch Patienten, die bei normaler Belastung beschwerdefrei sind, deren Herz aber bereits Zeichen von Schwäche aufweist, bekommen Medikamente. Denn: Je früher die Behandlung beginnt, desto größer ist die Chance, das Herz vor weiteren Schäden zu bewahren. Eine richtig gewählte und wirksame Therapie erkennen Sie daran, dass Ihre Beschwerden nachlassen und Sie vielleicht sogar wieder belastbarer werden.

Folgende Medikamente kommen in der Therapie einer chronischen Herzinsuffizienz zum Einsatz:

Hausärzte sind erfahren in der Therapie

Weil die Herzinsuffizienz eine der häufigsten Krankheiten ist, hat jeder Hausarzt Routine in der Verordnung der Medikamente. So werden etwa ACE-Hemmer anfangs niedrig dosiert und erst später in der Dosis erhöht. Weisen Sie Ihren Arzt darauf hin, wenn Sie unter einer ACE-Behandlung dauernd husten müssen. Das könnte eine Nebenwirkung sein, die zum Absetzen zwingt. Alternativ können Angiotensin-II-Rezeptor-Blocker gegeben werden.

Auch mit Betablockern wird der Arzt anfangs vorsichtig sein. Hier kann es bis zu einem halben Jahr dauern, bis die erwünschte Wirkung eintritt. Wenn Sie an Bronchialasthma leiden, dürfen Sie keine Betablocker einnehmen!

Diuretika schwemmen das eingelagerte Wasser aus. Ob sie gut wirken, kontrollieren Sie am besten durch tägliches Wiegen. Außerdem ist häufiges Wasserlassen ein sicheres Zeichen für die Diuretikawirkung.

Digitalisglykoside sind Patienten mit schwerer Herzschwäche vorbehalten. In Studien hat sich gezeigt, dass ihre Gabe einer Verschlechterung der Herzinsuffizienz mit nachfolgender Krankenhausbehandlung effektiv entgegenwirkt.

Medikamente unbedingt regelmäßig nehmen

Selbstverständlich sollten Sie Ihre Medikamente regelmäßig einnehmen, so wie der Arzt Sie Ihnen verordnet hat. Manchmal fällt das tägliche Tablettenschlucken schwer, besonders dann, wenn Sie sich wohl fühlen und keine Beschwerden haben. Bedenken Sie aber: Eine einmal aufgetretene Herzschwäche verschwindet nicht wieder. Im besten Falle erreichen die Tabletten, dass der Herzmuskel sich nicht weiter verdickt oder sogar wieder dünner wird. Das erreichen Sie aber nur durch konsequente Einhaltung der Therapie.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 18.09.2012
  • Autor/in: Dr. Anne Dietel, Ärztin, Medizinjournalistin, Charité - Universitätsmedizin Berlin; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin
  • Quellen: Patientenleitlinie Herzinsuffizienz der Universität Witten/Herdecke, Stand 2006
  • Kompetenznetz Herzinsuffizienz: www.knhi.de, Stand 2007
  • Hoppe, U.C.: Leitliniengerechte Therapie der chronischen Herzinsuffizienz, Der Internist, 2007, online first
  • Ebelt, H., Werdan, K.: Notfalltherapie der akuten Herzinsuffizienz, Der Internist, 2007, online first
  • Leitliniengruppe Hessen: Hausärztliche Leitlinie Chronische Herzinsuffizienz, Stand 2007
  • Kempf, T., Drexler, H., Wollert, K.C.: Pathophysiologie der Herzinsuffizienz, Der Internist, 2007, online first
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