Bewegung, gesunde Ernährung und Gewichtskontrolle helfen bei chronischer Herzinsuffizienz

Wer unter einer Herzinsuffizienz leidet, kann selbst viel beitragen, damit sein Leben trotz Krankheit lebenswert bleibt.

Schale mit Beeren © iStock
  • Optimales Gewicht
    Menschen mit Herzinsuffizienz sollten nicht zu viele Pfunde mit sich herumzuschleppen. Jedes Kilo mehr ist eine zusätzliche Last fürs Herz!
    Streben Sie deshalb am besten Ihr Normalgewicht an. Ein Maß für das Gewicht ist der Body Mass Index, kurz BMI. Der optimale BMI variiert mit dem Alter.
  • Salzarme Ernährung
    Ernähren Sie sich gesund und abwechslungsreich nach den Grundsätzen der mediterranen Mischkost. Sparen Sie vor allem mit Salz, denn eine salzreiche Kost begünstigt die Wassereinlagerungen und verschlechtert die Herzinsuffizienz.
  • Festgelegte Trinkmenge
    Patienten mit Herzinsuffizienz dürfen normalerweise höchstens ein bis zwei Liter am Tag trinken. Manchmal muss diese Menge noch weiter reduziert werden. Sprechen Sie Ihre empfohlene Trinkmenge unbedingt mit Ihrem Arzt ab!
  • Kein Nikotin und wenig Alkohol
    Auf das Rauchen sollten Sie unbedingt verzichten! Jede Zigarette schädigt die Gefäßwände, verschlechtert die Sauerstoffaufnahme und schädigt das Herz. Fragen Sie bei Ihrer Krankenkasse nach Programmen zur Raucherentwöhnung, dort erhalten Sie auf jeden Fall Unterstützung! Ist Ihre Herzinsuffizienz die Folge einer Alkoholkrankheit, dann trinken Sie möglichst gar keinen Alkohol mehr, um Ihr Herz nicht weiter zu schädigen. Sonst gilt als Faustregel eine erlaubte tägliche Alkoholmenge von 20-30 Gramm bei Frauen und 30-40 Gramm bei Männern. Zum Vergleich: 20 Gramm Alkohol sind beispielsweise in einem halben Liter Bier enthalten.
  • Körperliche Bewegung
    Der frühere Grundsatz, dass Menschen mit Herzschwäche sich unbedingt schonen müssten, ist inzwischen überholt. Richtig dosierte körperliche Bewegung verbessert die Sauerstoffaufnahme und damit auch die Versorgung des Herzmuskels. Ihr Herz wird dadurch entlastet und gestärkt. Wichtig ist, dass Sie Ihre individuelle Belastbarkeit kennen und nicht zu intensiv trainieren. Besonders geeignet sind Herzgruppen, in denen unter fachlicher Anleitung und ärztlicher Begleitung geübt wird. Wählen Sie eine Sportart, die Sie besonders gern machen oder wechseln Sie je nach Jahreszeit zwischen den einzelnen Bewegungsmöglichkeiten.
  • Herzschrittmacher bringen das Herz in den richtigen Takt
    Bei manchen Patienten reichen Medikamente und ein gesunder Lebensstil allein nicht aus, um die Herzkraft zu stabilisieren, weil die Herzkammern gegeneinander arbeiten. Um die Aktion beider Kammern zu synchronisieren, ist ein Herzschrittmacher hilfreich. Er unterstützt das Herz, seine Arbeit effektiver auszuführen, hat aber keinen Einfluss auf die Herzkraft selbst. Besonders jüngere Patienten mit schwerer Herzinsuffizienz können von einem Schrittmacher mit zusätzlicher Defibrillator-Funktion profitieren. Das kleine Gerät erkennt gefährliche Rhythmusstörungen und führt durch gezielte Stromstöße das Herz bei Gefahr in seinen gewohnten Takt zurück. In seltenen Fällen ist das Herz so stark geschwächt, dass nur eine Herztransplantation, also die Einpflanzung eines Spenderherzens, das Leben des Patienten retten kann. Allerdings darf der Patient dann keine weiteren schweren Erkrankungen haben. Die Wartezeit auf ein Spenderherz beträgt in Deutschland mehrere Jahre.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 09.05.2017
  • Autor/in: Dr. Anne Dietel, Ärztin, Medizinjournalistin, Charité - Universitätsmedizin Berlin; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin
  • Quellen: Patientenleitlinie Herzinsuffizienz der Universität Witten/Herdecke, Stand 2006
  • Kompetenznetz Herzinsuffizienz: www.knhi.de, Stand 2007
  • Hoppe, U.C.: Leitliniengerechte Therapie der chronischen Herzinsuffizienz, Der Internist, 2007, online first
  • Ebelt, H., Werdan, K.: Notfalltherapie der akuten Herzinsuffizienz, Der Internist, 2007, online first
  • Leitliniengruppe Hessen: Hausärztliche Leitlinie Chronische Herzinsuffizienz, Stand 2007
  • Kempf, T., Drexler, H., Wollert, K.C.: Pathophysiologie der Herzinsuffizienz, Der Internist, 2007, online first
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