Herzinfarkt-Therapie: Lysetherapie

Die Behandlung eines Herzinfarkts beginnt bereits durch den Notarzt auf dem Weg ins Krankenhaus. Nachdem er sich ein erstes Bild vom Patienten gemacht hat (Abklärung der Symptomatik, EKG), leitet er die ersten Schritte im akuten Notfall ein. Dazu zählen die Schmerzbekämpfung und die Unterstützung der Pumpfähigkeit des Herzens mittels angemessener Medikamente.

Ist keine perkutane Koronarintervention (PCI) möglich, wird der Patient mit einer Lysetherapie behandelt, also dem Versuch, den verstopfenden Blutpfropfen aufzulösen. Bei dieser Methode werden über eine Infusion Medikamente verabreicht, die die verklumpten Blutplättchen lösen sollen. Dafür werden Gewebe-Plasminogen-Aktivatoren wie Alteplase, Reteplase und Tenecteplase verwendet – sie fördern den Abbau von Fibrin. Fibrin spielt normalerweise bei der Wundheilung eine wichtige Rolle, weil es hilft, das Blut gerinnen zu lassen und somit eine blutende Wunde fest zu verschließen.

Schnellstmöglich mit der Lyse beginnen
Eine erfolgversprechende Therapiemethode bei einem akuten Herzinfarkt ist die Rekanalisation des verstopften Blutgefäßes durch eine Ballondilatation (Erweiterung) oder die Stenteinlage mithilfe eines Herzkatheters. Diese Technik steht aber oft nur in bestimmten Cardiocentern zur Verfügung. Kann der Patient nicht schnell genug in eine solche Einrichtung gebracht werden, wird mit der Lyse begonnen. Die Lyse sollte schnellstmöglich nach dem Infarkt eingesetzt werden. Sind mehr als zwölf Stunden vergangen, ist ihre Wirksamkeit deutlich abgeschwächt.  

Das Problem bei der Lysetherapie: Die Blutgerinnung wird herabgesetzt. Bei Patienten, die beispielsweise an einem Magengeschwür leiden, kann es dort zu schweren inneren Blutungen kommen. Die Patienten müssen deshalb unter ständiger ärztlicher Aufsicht bleiben.
Patienten nicht auf eigene Faust ins Krankenhaus bringen
Besteht der Verdacht auf einen Herzinfarkt, muss der Notarzt zum Patienten kommen und ihn im Notarztwagen ins Krankhaus bringen. Nur im Notarztwagen ist schnelle Hilfe möglich, wenn der Zustand sich plötzlich verschlechtert. Fahren Sie den Kranken nicht mit dem eigenen Auto in die Klinik und lassen Sie ihn auf keinen Fall laufen, auch dann nicht, wenn die Beschwerden zunächst nicht so dramatisch erscheinen.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 26.03.2013
  • Autor/in: Redaktion vitanet.de: Christian Grundmann, Dipl.-Biol., Medizinredakteur; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin;
  • Quellen: DOCMED.tv
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