Herzinfarkt Therapie: Lyse

Die Behandlung eines Herzinfarktes beginnt bereits durch den Notarzt auf dem Weg ins Krankenhaus. Nachdem er sich ein erstes Bild vom Patienten gemacht hat (Abklärung der Symptomatik, EKG), ist der erste Schritt im akuten Notfall die sogenannte Lysetherapie.

Bei dieser Methode werden über eine Infusion Medikamente verabreicht, die die verklumpten Blutplättchen lösen sollen. Die beiden Enzyme Streptokinase und Urokinase werden hier häufig verwendet – sie fördern den Abbau von Fibrin. Fibrin spielt normalerweise bei der Wundheilung eine wichtige Rolle, weil es hilft, das Blut gerinnen zu lassen und somit eine blutende Wunde fest zu verschließen. Ein weiteres Lysemedikament ist der künstlich hergestellte Gerinnungshemmer tPA. Zur Verdünnung des Blutes werden unterstützend Heparin und ASS (Acetylsalicylsäure) gegeben.

Die sicherste Therapiemethode bei einem akuten Herzinfarkt ist der Herzkatheter. Diese Technik steht aber oft nur in bestimmten Cardiocentern zur Verfügung. Kann der Patient nicht schnell genug in solch eine Einrichtung gebracht werden, wird mit der Lyse begonnen. Die Lyse sollte innerhalb der ersten drei Stunden nach dem Infarkt eingesetzt werden. Sind deutlich mehr als sechs Stunden vergangen, kann sie nicht mehr wirken. Das Problem bei der Lysetherapie: Die Blutgerinnung wird herabgesetzt. Bei Patienten, die beispielsweise an einem Magengeschwür leiden, kann es dort zu schweren inneren Blutungen kommen. Die Patienten müssen deshalb unter ständiger ärztlicher Aufsicht bleiben.
Patienten nicht auf eigene Faust ins Krankenhaus bringen
Besteht der Verdacht auf einen Herzinfarkt, muss der Notarzt zum Patienten kommen und ihn im Notarztwagen ins Krankhaus bringen! Nur im Notarztwagen ist schnelle Hilfe möglich, wenn der Zustand sich plötzlich verschlechtert! Fahren Sie den Kranken nicht mit dem eigenen Auto in die Klinik und lassen Sie ihn auf keinen Fall laufen, auch dann nicht, wenn die Beschwerden zunächst nicht so dramatisch erscheinen.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 02.05.2011
  • Autor/in: Redaktion vitanet.de: Christian Grundmann, Dipl.-Biol., Medizinredakteur
  • Quellen: DOCMED.tv
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