Die Symptome eines Herzinfarkts

Die klassischen Symptome eines Herzinfarkts zeigen sich nur in der Hälfte aller Fälle. Manchmal spürt der Patient sogar gar nichts. Die Diagnostik ist daher oft schwierig. Dabei ist die richtige und schnelle Deutung der Anzeichen extrem wichtig – denn sie kann Leben retten.

Die klassischen Symptome

Tritt der typische „Herzinfarktschmerz“ auf, empfinden ihn die Betroffenen als schneidend, brennend oder drückend. Zwar strahlt der Schmerz oft in den linken Arm aus. Er kann aber auch in den Oberbauch, den Hals, den Unterkiefer oder Rücken ziehen. In seltenen Fällen schmerzt – ganz untypisch – sogar der rechte Arm. Übrigens: Die Stelle, wo der Schmerz sitzt, kann dem Arzt manchmal schon Aufschluss darüber geben, welche Herzkranzgefäße vom Infarkt betroffen sind. Strahlt Schmerz zum Beispiel in den Bauch aus, kann ein Hinterwandinfarkt vorliegen, bei dem meist die rechte Koronararterie betroffen ist.

Ein Druck- und Engegefühl auf der Brust führt bei vielen Betroffenen zu Angstzuständen. Sie spüren „einen tonnenschweren Stein, der auf ihrem Brustkorb lastet“. Ein Herzinfarkt geht in vielen Fällen auch mit Übelkeit und Erbrechen einher. Fehlen andere eindeutige Symptome, werden Infarktpatienten manchmal irrtümlicherweise auf Magen-Darm-Erkrankungen behandelt.

Weil die Blutgefäße der Betroffenen verengt sind, sehen sie bei einem Infarkt oft sehr blass und kaltschweißig aus. Infolge eines Kreislaufzusammenbruchs kann es während eines Herzinfarkts auch zur Ohnmacht kommen.

Infarkt ist keine Männersache

Lange Zeit galt der Herzinfarkt als typische Erkrankung des Mannes. Jedoch: Frauen sind nur bis zur Menopause, also bis zum Alter von 40 bis 50 Jahren, durch ihre hormonelle Situation geschützt. Ab zirka 70 Jahren erleiden schon gleich viele Frauen und Männer einen Herzinfarkt. Die Symptomatik unterscheidet sich zwischen den Geschlechtern aber teilweise erheblich. Der Herzinfarkt bei Frauen kann sich im Übrigen auf sehr untypische Weise äußern und wird dann als „Eva-Infarkt“ bezeichnet.

Der stumme Infarkt

Die Symptome bei einem Infarkt bleiben in rund 15 Prozent der Fälle aus. Man spricht dann vom „stillen“ oder „stummen“ Infarkt, weil der Betroffene gar nichts spürt. So kann es sein, dass ein erlittener Herzinfarkt erst Jahre später bei einer Routineuntersuchung auf dem EKG sichtbar wird.

Das Problem beim stummen Infarkt liegt auf der Hand: Er wird nicht mit den nötigen Medikamenten behandelt und der Betroffene sieht keinen Anlass, seine Lebensführung zu ändern, obwohl dringend Handlungsbedarf bestünde. Dadurch steigt die Gefahr für einen zweiten, oft schwereren Infarkt, bei dem noch mehr Herzmuskelgewebe zerstört wird. Die Folge: Die Herzpumpe wird schwächer (Herzinsuffizienz) oder gerät aus dem Takt (Herzrhythmusstörungen), bis das Herz schließlich völlig versagt.

Menschen, die an Diabetes mellitus erkrankt sind, sind besonders gefährdet, einen stummen Infarkt zu erleiden. Bei ihnen sind die Nervenendigungen – auch am Herzen – durch den erhöhten Blutzuckerspiegel geschädigt. Die schmerzhaften Anzeichen eines Herzinfarkts spürt ein Mensch mit Diabetes dadurch oftmals nicht. Kommen bei Betroffenen weitere Risikofaktoren dazu, sollten sie das Herz regelmäßig von einem Arzt untersuchen lassen.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 04.04.2014
  • Autor/in: Redaktion vitanet.de: Christian Grundmann, Dipl.-Biol., Medizinredakteur; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin.
  • Quellen: DOCMED.tv
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