Diagnostik eines Herzinfarkts: EKG macht Herzströme sichtbar

Eines der wichtigsten Untersuchungsverfahren ist das Ruhe-EKG (Elektrokardiogramm). Beim akuten Herzinfarkt wird bereits im Rettungswagen mit dieser Aufzeichnung der Herzströme begonnen.

Das pausenlose Pumpen des Herzmuskels wird durch elektrische Impulse gesteuert, die von den Herzzellen selbst erzeugt werden. Diese Signale breiten sich über den gesamten Herzmuskel aus und sind in minimaler Form auch noch auf der Hautoberfläche messbar.

Daher legt der untersuchende Arzt dem Patienten am Brustkorb, an Armen und Beinen mehrere Elektroden an, über die die Herzströme gemessen werden. Bei dieser schmerz- und risikolosen Messung zeichnet das EKG-Gerät die typischen Kurven der elektrischen Herzaktivität auf. Beim Infarkt sieht der Arzt in den meisten Fällen Abweichungen in den Kurven. Aus den Abweichungen kann er meist auch schließen, an welcher Stelle der Herzkranzgefäße sich der Infarkt ereignet hat.

Von besonderer Bedeutung ist die genaue Unterscheidung, ob spezielle Abschnitte auf der EKG-Kurve auffällig sind. Es handelt sich hier um die sogenannten ST-Strecken. Zeigt sich dort eine Erhöhung, hat das beachtlichen Einfluss auf die weitere Behandlung. Man unterscheidet den ST-Hebungsinfarkt (STEMI) und den ohne ST-Hebung (NSTEMI).

Herzenzyme: Spuren im Blut

Wenn Herzmuskelzellen, wie im Falle eines Infarkts, absterben, geben sie bei ihrem Zerfall bestimmte Eiweißstoffe (Enzyme) ins Blut ab.

Diese kardialen Biomarker sind also bei einer Blutabnahme erhöht. Einer der zuverlässigsten Marker – vor allem in den ersten Stunden des Infarkts – ist das Troponin. Es steigt schon ab drei Stunden nach Infarktbeginn an. Weitere Herzenzyme, allerdings mit etwas geringerer Aussagekraft, sind die traditionellen Herzenzyme wie die Kreatinkinase (CK) und ihr Isoenzym (CK-MB).

Bei Verdacht auf einen Herzinfarkt nimmt der Arzt Blut ab. Die Probe wird auf die Biomarker hin untersucht. Erhöhte Konzentrationen der kardialen Marker in Verbindung mit anderen Symptomen legen die Diagnose Herzinfarkt nahe. Auch an den Folgetagen wird der Arzt die Enzyme kontrollieren, um den Verlauf beurteilen zu können.

EKG und Enzyme negativ: akuter Infarkt nicht ausgeschlossen

Manchmal kann es sein, dass eine Herzinfarkt-Symptomatik vorliegt, obwohl das EKG und die Blutprobe negativ sind. Der Arzt muss dann mit Verdacht auf Herzinfarkt behandeln. Außerdem muss er in Abständen weitere Blutproben entnehmen. Nach sechs Stunden ist der Herzinfarkt so sicher diagnostizierbar.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 04.04.2014
  • Autor/in: Redaktion vitanet.de: Christian Grundmann, Dipl.-Biol., Medizinredakteur; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin;
  • Quellen: DOCMED.tv
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