Herzinfarkt (Myokardinfarkt)

Über 300.000 Menschen erleiden pro Jahr in Deutschland einen akuten Herzinfarkt. Trotz der alarmierenden Zahlen tun die meisten von uns viel zu wenig für Herz und Kreislauf.

Herz © Thinkstock
Bei den Risikofaktoren steht das Rauchen an erster Stelle. Auch hoher Blutdruck, hohe Cholesterinwerte und Diabetes mellitus sind wichtige Risikofaktoren.

Das Herz: ein echter Power-Muskel

Lange vor der Geburt, schon beim vier Wochen alten Embryo, beginnt das Herz zu schlagen. Ab diesem Zeitpunkt arbeitet es unaufhörlich bis ans Lebensende. Bei einem Erwachsenen ist das Organ etwa faustgroß. Seine Leistung ist beeindruckend: Ein Leben lang pumpt es nähr- und sauerstoffreiches Blut durch alle Teile des Körpers – an einem Tag bis zu 10.000 Liter. Bei einem 70-jährigen Menschen hat die Hochleistungspumpe rund zweieinhalb Milliarden Mal geschlagen.

Engpass in der Blutbahn – wie der Herzinfarkt entsteht

Es ist tückisch: Die degenerativen Veränderungen der Herzkranzgefäße , die Arteriosklerose, schreitet oft über Jahrzehnte hinweg unbemerkt fort. Vor dem eigentlichen Herzinfarkt gibt es aber manchmal Vorboten: So können Brustschmerzen (Angina pectoris) oder ungewöhnliche Kurzatmigkeit bei körperlicher Anstrengung auftreten. Spürt man diese Symptome, sollte man dringend einen Arzt aufsuchen.

So kommt es zum Infarkt: In den Herzkranzgefäßen bilden sich aufgrund von Rauchen, hohem Blutdruck, Hypercholesterinämie und/oder Diabetes mellitus Ablagerungen – sogenannte Plaques. Die Gefäßinnenwand verdickt sich und engt das Lumen, also das Innere des Blutgefäßes, ein. Deshalb kann das Blut schlechter fließen. Man spricht in diesem Stadium auch von einer koronaren Herzkrankheit (KHK). Meist reißt irgendwann ein kleines Stück der Ablagerungen an den Wänden der Herzkranzgefäße auf (Plaqueruptur). An dieser Stelle bleiben vermehrt Blutplättchen und andere Bestandteile des Blutes hängen. Es bildet sich ein Pfropfen (Thrombus), der die Ader letztlich vollständig verstopft. Ist ein Herzkranzgefäß betroffen, wird der Blutfluss dort ganz unterbrochen. Folge: Der Herzmuskel wird nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt, er beginnt abzusterben.

Die Schwere des Herzinfarkts hängt vom betroffenen Gewebe ab

Die Schwere des Infarkts hängt davon ab, wie viel Gewebe vom Sauerstoffmangel betroffen ist. Wenn zu viel Herzmuskelgewebe an einer ungünstigen Stelle abstirbt, wird die Herzfunktion so schwer beeinträchtigt, dass das Herz die anderen Organe nicht mehr mit Blut versorgen kann. Der gesamte Körper ist jetzt in seiner Blutversorgung gefährdet – es besteht akute Lebensgefahr.

Besonders in der Phase unmittelbar nach dem Infarkt kommt es auf sofortige medizinische Versorgung an. Bei den Notärzten gilt das Sprichwort „Time is muscle“ (englisch für Zeit ist Muskel). Nach ersten diagnostischen Maßnahmen stehen diverse Behandlungsmöglichkeiten wie Lysetherapie, Ballondilatation oder Stentsetzung zur Verfügung. In schwereren Fällen wird ein Bypass gesetzt.

Nach einem überstandenen Herzinfarkt schließt sich meistens die Rehabilitation in einer speziellen Klinik an. Betroffene müssen oft dauerhaft Medikamente einnehmen. Das Risiko für einen Herzinfarkt kann durch einen gesunden Lebensstil deutlich gesenkt werden.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 04.04.2014
  • Autor/in: Redaktion vitanet.de: Christian Grundmann, Dipl.-Biol., Medizinredakteur; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin;
  • Quellen: Statitisches Bundesamt: Todesursachen 2011 (https://www.destatis.de/DE/Publikationen/Thematisch/Gesundheit/Todesursachen/Todesursachen2120400117004.pdf?__blob=publicationFile)
  • DOCMED.tv
  • Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie: Therapie des akuten Herzinfarktes bei Patienten mit persistierender ST-Streckenhebung (http://leitlinien.dgk.org/files/PL_STEMI_Internet_13.pdf)
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