Künstliche Herzklappe: In einer Herzoperation werden defekte Herzklappen ausgetauscht

Operationen an den Herzklappen zählen inzwischen zu den Routineeingriffen der Herzchirurgen. Ist eine Herzklappe nur wenig beschädigt, operiert der Arzt möglichst klappenerhaltend. Bei diesen Herzoperationen können abgerissene Haltefäden repariert, erweiterte Öffnungen durch Ringeinlagen gerafft und die Klappensegel teilweise miteinander vernäht werden.

Im Alter häufiger künstliche Herzklappe

In den letzten Jahrzehnten hat sich allerdings der Schwerpunkt der Herzklappenchirurgie von jüngeren Patienten hin ins höhere Alter verschoben. Während noch bis vor 30 Jahren die rheumatischen Klappenfehler überwogen, gewinnt mit dem Anstieg der Lebenserwartung die Zunahme altersbedingter Herzklappenfehler immer mehr an Bedeutung. Bei älteren Patienten mit bereits abgenutzten und verkalkten Klappen müssen diese meist durch eine künstliche Herzklappe ersetzt werden.

Herzklappe ist nicht gleich Herzklappe

Für den Klappenersatz stehen biologische, mechanische und menschliche Herzklappen, so genannte Homografts, zur Verfügung:
Biologische Herzklappen Mechanische Herzklappen Homografts
Herkunft/
Material
Material vom Schwein oder Rind, Einbau mit oder ohne Kunststoffring. Industriell hergestellt aus gehärtetem Kohlenstoff. Material aus menschlichen Herzen.
Vorteile Nur kurze medikamentöse Gerinnungs- hemmung nötig. Lange Haltbarkeitsdauer Beste Verträglichkeit, keine medikamentöse Gerinnungs-
hemmung nötig.
Nachteile Relativ schnelle Verkalkung, Nutzungsdauer durchschnittlich 10-12 Jahre Gefahr der Gerinnselbildung, deshalb lebenslange Gerinnungs-
hemmergabe notwendig
Begrenzte Haltbarkeit, Austausch nach etwa 15 Jahren nötig
Einsatzgebiet - Patienten über 70 Jahre
- Patienten mit hohem Blutungsrisiko
- Junge Patienten
- ältere Patienten mit Vorhofflimmern
- Junge Patienten
- Patienten, bei denen keine Gerinnungs-
hemmung möglich ist
- Patienten mit endokarditischem Herzfehler
Alle Patienten mit künstlichen Herzklappen müssen sich bei Infekten und vor Operationen vor Endokarditis schützen.
  • Autor/in: Dr. Anne Dietel, Ärztin, Medizinjournalistin, Charité - Universitätsmedizin Berlin
  • Quellen: Kompetenznetz Angeborene Herzfehler: www.kompetenznetz-ahf.de, Stand 2007
  • Daniel, W.G. et al.: Leitlinie Klappenvitien im Erwachsenenalter, Clin Res Cardiol 95: 620-641, 2006
  • Claasen, M. et al.: Innere Medizin, Urban
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