Endokarditisprophylaxe schützt vor gefährlicher Herzentzündung

Alle Patienten mit Klappenersatz unterliegen einem hohen Endokarditisrisiko. Bakterien, die von außen in den Körper eindringen oder sich von Entzündungsherden im Körper Richtung Herz bewegen, siedeln sich besonders leicht an künstlichen Herzklappen an und führen dort zur Entzündung.

Gesunder Lebensstil und gründliche Zahnpflege stärken die Abwehr

Wenn Sie Herzklappenpatient sind, schützen Sie sich vor einer Endokarditis am besten durch gute Körperpflege, besonders durch gründliche Zahnpflege. Ein gesunder Lebensstil, der Ihr körpereigenes Abwehrsystem stärkt, ist der beste Schutz vor Infektionen.

Penicillin schützt vor Endokarditis

Es gibt allerdings einige Situationen, in denen die vorbeugende Gabe von Antibiotika– eine so genannte Endokarditisprophylaxe – unumgänglich ist. Dazu gehören:
  • alle zahnärztlichen Eingriffe einschließlich der Zahnsteinentfernung
  • alle Eingriffe im Hals-Nasen-Ohren-Bereich
  • Bronchoskopie (Lungenspiegelung)
  • alle Darmspiegelungen sowie Magenspiegelung mit Biopsie
  • alle geplanten Operationen.
Machen Sie Ihren Arzt darauf aufmerksam, dass Sie eine künstliche Herzklappe tragen. In der Regel werden Sie Penicillin bekommen. Haben Sie dieses Medikament bei einer früheren Einnahme nicht vertragen, so sagen Sie das dem Arzt. Er kann Ihnen stattdessen ein anderes Antibiotikum verordnen.

Einmalige Einnahme genügt

Sie müssen das Medikament nicht wochenlang vorher einnehmen. Meist genügt eine ein- bis zweimalige Einnahme wenige Stunden vor dem Eingriff. Manchmal spritzt der Arzt das Mittel auch direkt in die Blutbahn, um eine schnelle und sichere Wirkung zu erzielen.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 18.01.2013
  • Autor/in: Dr. Anne Dietel, Ärztin, Medizinjournalistin, Charité - Universitätsmedizin Berlin; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin
  • Quellen: Kompetenznetz Angeborene Herzfehler: www.kompetenznetz-ahf.de, Stand 2007
  • Daniel, W.G. et al.: Leitlinie Klappenvitien im Erwachsenenalter, Clin Res Cardiol 95: 620-641, 2006
  • Claasen, M. et al.: Innere Medizin, Urban
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