Mitralstenose: Rheumatische Endokarditis ist oft die Ursache

Der Blutstrom vom linken Vorhof in die linke Herzkammer wird durch die Mitralklappe geregelt. Ist sie verengt, erreicht weniger Blut die Herzkammer und staut sich stattdessen im Vorhof. Der Blutrückstau bei einer Mitralstenose kann bis in die Lunge und von dort bis in die rechte Herzkammer reichen. Eine Mitralstenose ist oft die Folge einer rheumatischen Endokarditis. Frauen sind von diesem häufigsten erworbenen Herzfehler öfter betroffen als Männer.

Diagnose mit Herzultraschall (Echokardiographie)

Schon bei einer leichten Mitralstenose hört der Arzt mit dem Stethoskop ein charakteristisches Herzgeräusch. Mithilfe der Echokardiografie untersucht er dann genau, wie weit sich die Klappe noch öffnet, wie viel Blut noch hindurchpasst und wie stark bereits der Rückstau in den linken Vorhof ist.

Bluthusten bei schwerer Mitralstenose

Symptome einer stärkeren Einengung sind Luftnot zunächst bei Belastung, später schon in Ruhe, außerdem Herzrhythmusstörungen und manchmal sogar Bluthusten. Ein Patient mit einer Mitralstenose hat oft bläulich-rote Wangen und bläuliche Lippen – das so genannte Mitralgesicht.

Gefürchtete Folge der Mitralstenose: der Schlaganfall

Eine Mitralstenose ist besonders wegen der Gefahr einer Embolie gefürchtet. Durch den unregelmäßigen Herzschlag und die gedehnten Vorhöfe bleibt das Blut länger in den Vorhöfen und gerinnt dort leichter. Werden die Blutgerinnsel in den Kreislauf gespült, können sie überall Gefäße verstopfen. Wenn ein Gerinnsel eine Hirnarterie blockiert, kann dies zum Schlaganfall führen. Aber auch Gefäßverschlüsse an Armen, Beinen, inneren Organen und in der Lunge kommen vor.

Behandlung abhängig vom Stenosegrad

Eine leichte Mitralstenose, die keine Beschwerden verursacht, wird meist nicht behandelt, allerdings muss der Patient seine körperliche Belastungsgrenze sehr gut kennen und darf sich nicht überlasten.

Folgende Medikamente werden am häufigsten eingesetzt:

Verengte Mitralklappe wird aufgedehnt

Mithilfe eines Herzkatheters kann die verengte Mitralklappe aufgedehnt werden (Mitralvalvuloplastie). Diese Behandlungsmethode wird inzwischen auch schon bei Patienten mit einer mittelschweren Mitralstenose eingesetzt. Es besteht allerdings die Gefahr, dass die Vorhofscheidewand durch den Katheter verletzt oder die Klappe zu stark aufgedehnt und dadurch undicht wird (Mitralinsuffizienz).

Kommt eine Aufweitung nicht in Betracht, können die verengten Segelhälften chirurgisch getrennt werden (Komissurotomie) oder eine künstliche Herzklappe kommt zum Einsatz.
  • Autor/in: Dr. Anne Dietel, Ärztin, Medizinjournalistin, Charité - Universitätsmedizin Berlin
  • Quellen: Kompetenznetz Angeborene Herzfehler: www.kompetenznetz-ahf.de, Stand 2007
  • Daniel, W.G. et al.: Leitlinie Klappenvitien im Erwachsenenalter, Clin Res Cardiol 95: 620-641, 2006
  • Claasen, M. et al.: Innere Medizin, Urban
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