Angeborene Herzfehler: Gestörte Herzentwicklung führt zu gestörter Herzfunktion

Schon drei Wochen nach der Befruchtung beginnt beim Embryo die Herzentwicklung: In mehreren komplizierten Phasen bildet sich aus einem anfangs schlauchförmigen Gebilde die Zentrale des Blutkreislaufs mit den großen Blutgefäßen. Wirklich selbstständig wird unser Herz-Kreislauf-System aber erst mit der Geburt und den ersten Atemzügen des Neugeborenen. Bis dahin ist die Herzentwicklung in allen Phasen sehr störanfällig. Entsprechend groß ist die Zahl der Herzfehler, die entstehen können.

Angeborene Herzfehler sind die häufigste Fehlbildung

Etwa eines von hundert Kindern wird mit einem Herzfehler geboren, Jungen häufiger als Mädchen. Zu den häufigsten angeborenen Herzfehlern zählen:
  • Defekte der Herzscheidewand im Vorhof (Vorhofseptum-Defekt)
  • Defekte der Herzscheidewand in der Herzkammer (Kammerseptumdefekt)
  • Einengungen der großen Schlagadern, zum Beispiel Aortenisthmusstenose
  • Bleibende Kurzschlussverbindungen des fetalen Kreislaufs (offenes Foramen ovale bzw. persistierender Ductus arteriosus botalli).
Kammerseptumdefekt © vitapublic GmbH

Kombinierte Herzfehler sind gefährlich

Es können auch mehrere Fehler zusammen auftreten, z. B. die mangelhafte Entwicklung einer Herzkammer, ein Defekt der Kammerscheidewand und die fehlende Drehung der Gefäße. Solche kombinierten Herzfehler sind lebensbedrohlich und müssen sofort nach der Geburt behandelt werden.

Behandlung ist lebenswichtig

Schwere Herzfehler werden oft schon vor der Geburt erkannt. So können die lebenswichtigen Operationen schon vor der Entbindung optimal geplant werden. Leichte und mittelschwere Herzfehler können inzwischen so gut behandelt werden, dass die Kinder später ein nahezu normales Leben führen können und so belastbar sind wie gesunde Kinder.
  • Autor/in: Dr. Anne Dietel, Ärztin, Medizinjournalistin, Charité - Universitätsmedizin Berlin
  • Quellen: Kompetenznetz Angeborene Herzfehler: www.kompetenznetz-ahf.de, Stand 2007
  • Daniel, W.G. et al.: Leitlinie Klappenvitien im Erwachsenenalter, Clin Res Cardiol 95: 620-641, 2006
  • Claasen, M. et al.: Innere Medizin, Urban
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