Herzfehler (Herzvitium)

Man unterscheidet angeborene von erworbenen Herzfehlern, die erst nach der Geburt entstehen und beispielsweise durch Infektionen oder Herzerkrankungen bedingt sein können.

Angeborene Herzfehler

Angeborene Herzfehler sind die häufigste Fehlbildung beim Menschen. Zu einem angeborenen Herzfehler kommt es, wenn die Entwicklung des Herzens beim Embryo nicht korrekt abläuft. Etwa jedes 100. Kind wird mit einem Herzfehler geboren.

Zu den häufigsten Herzfehlern zählt ein Loch in der Scheidewand des Herzens. Viele Herzfehlbildungen können mittlerweile schon vor der Geburt erkannt werden. Dank modernster Operationstechniken erreichen inzwischen 90 Prozent der Patienten das Erwachsenenalter. Leichte und mittelschwere Herzfehler können heutzutage so gut behandelt werden, dass die Kinder später ein fast ganz normales Leben führen können und so belastbar sind wie gesunde Kinder.

Erworbene Herzfehler

Kinder mit angeborenen Herzfehlern kommen oft sehr gut mit ihrer Erkrankung zurecht. Entwickelt sich ein Herzfehler erst später, fällt es dem Organismus viel schwerer, sich auf die Einschränkung einzustellen. Die möglichen Ursachen für einen erworbenen Herzfehler sind vielfältig.

So kann zum Beispiel rheumatisches Fieber die sogenannte Mitralstenose verursachen. In diesem Fall ist die Herzklappe zwischen linkem Vorhof und linker Herzkammer verengt. Schließt diese Mitralklappe nicht mehr richtig, kommt es zu einer Mitralinsuffizienz des Herzens. Kalkablagerungen an den Herzklappen können dazu führen, dass sie nicht mehr richtig schließen. Arteriosklerotische Veränderungen können auch die sogenannte Aortenstenose verursachen, den häufigsten, erworbenen Herzklappenfehler.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 18.01.2013
  • Autor/in: Dr. Anne Dietel, Ärztin, Kirsten Gaede, Medizinjournalistin, Charité - Universitätsmedizin Berlin; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin
  • Quellen: Kompetenznetz Angeborene Herzfehler: www.kompetenznetz-ahf.de, Stand 2007
  • Daniel, W.G. et al.: Leitlinie Klappenvitien im Erwachsenenalter, Clin Res Cardiol 95: 620-641, 2006
  • Claasen, M. et al.: Innere Medizin, Urban
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