Hautwunden (Wundversorgung)

Eine der zahlreichen Aufgaben unserer Haut ist der Schutz des Körpers gegen Umwelteinflüsse wie Sonnenstrahlung und Klima, Krankheitserreger und Verletzungen. Jede Schnitt-, Schürf- oder Stichwunde beeinträchtigt diese Schutzfunktion, indem sie die Haut für schädigende Keime angreifbar macht. Diese können dann ins Hautgewebe eindringen und Infektionen auslösen.

Erste Hilfe Finger Verletzung © Thinkstock

Die vielen Arten von Hautwunden

Je nachdem, wie die Wunde entsteht, unterscheidet man zwischen Schnitt-, Quetsch-, Riss- und Schürfwunden. Platzwunden entstehen durch einen Schlag oder Sturz auf die Haut an Stellen, an denen die Haut direkt auf dem Knochen aufliegt – zum Beispiel am Kopf, am Schienbein oder an der Kniescheibe.

Hautverletzungen können auch durch Reibung entstehen: Beispielsweise führt Reibung zwischen Haut, Socken und Schuhen zu Blasen an den Füßen – die Hautschichten trennen sich, der Zwischenraum füllt sich mit Flüssigkeit. Auch bei aneinanderreibenden Körperteilen (etwa in der Leiste oder den Achseln) entstehen wunde Stellen.

Hautwunden haben ganz verschiedene Anzeichen

Je nach Art der Hautverletzung können Hautwunden von einer Reihe von Beschwerden begleitet sein. Allen voran stehen Schmerzen, die brennend oder pulsierend sind sowie extreme Berührungsempfindlichkeit. Teilweise bluten Hautwunden auch stark. Möglich sind außerdem Schwellung und Hautrötung.

Hautwunden richtig säubern und desinfizieren

Die Erstversorgung von Hautwunden beinhaltet, die Blutung zu stillen und die Wunde steril abzudecken. Falls ein Fremdkörper in der Wunde steckt, sollte man ihn auf keinen Fall selbständig entfernen, sondern dies einen Arzt erledigen lassen – gegebenenfalls ist eine Operation nötig. Je nach Art der Hautwunde wird danach individuell vorgegangen. Ist die Wunde stark verschmutzt, wird sie gespült und desinfiziert – etwa mit Polyhexanid, Octenidinhydrochlorid oder Povidon-Jod (PVP-Iod). Ist die Wunde ausgedehnt, wird der Arzt sie verschließen. Hier gibt es mehrere Optionen: per Naht oder mit Klammern.

Der gebräuchlichste Helfer bei Hautwunden: das Pflaster

Moderne Pflaster – medizinisch korrekt als Wundschnellverband bezeichnet – gibt es in den verschiedensten Varianten: für jeden Hauttyp, wasserdicht, robust, luftdurchlässig und speziell für Kinder auch bunt mit verschiedenen lustigen Motiven. Größere Wunden werden jedoch mit sterilen Kompressen abgedeckt, mit Mullbinde oder Schlauchverband fixiert.

Wann man bei Hautwunden zum Arzt sollte

Hautwunden, die groß beziehungsweise tief sind und/oder stark bluten, sollten von einem Arzt versorgt werden. Ebenfalls zum Arzt sollte man gehen, wenn die Hautwunde stark verschmutzt ist, Augen oder Schleimhäute behandelt werden müssen, der Tetanusschutz abgelaufen ist oder ein roter Streifen von der Wunde Richtung Herz sichtbar wird. Das ist ein wichtiges Anzeichen für Blutvergiftung (Sepsis), die immer schnellstmöglich behandelt werden muss.

Die häufigsten Fehler bei der Wundversorgung

Salben, Lotionen und weitere lokale Präparate sollten besser weniger als mehr verwendet werden. Salben verhindern, dass Sekret aus der Wunde ablaufen kann. Manche Wirkstoffe der Produkte können zu Allergien und Resistenzen führen. Von Hausmitteln wie Butter auf Brandwunden oder Zitronensaft, Essig, Zucker oder Pfeffer auf Wunden ist ebenfalls abzuraten.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 15.12.2016
  • Autor/in: Elisabeth Kanz, Apothekerin und Fachjournalistin für Medizin und Pharmazie; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin;
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