Behandlung und Verlauf des malignen Melanom (schwarzer Hautkrebs)

Patienten mit Verdacht auf ein malignes Melanom (schwarzer Hautkrebs) sollten zu einem Hautarzt überwiesen werden, der dann alle weiteren Maßnahmen mit dem Patienten plant. Die einzig sinnvolle Maßnahme gegen ein malignes Melanom ist die operative Entfernung des Tumors.

Dabei muss als Sicherheitsabstand auch ein Saum von gesundem Gewebe um den Tumor herum entfernt werden, um die Streuung der Krebszellen über die Lympgefäße zu verhindern.

Wie groß dieser Sicherheitsabstand und somit der resultierende Gewebeschaden wird, hängt von der Dicke des Melanoms ab: Bei Tumoren, die nur bis zu einem Millimeter tief ins Gewebe gewachsen sind, reicht nach den Leitlinien der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft ein Abstand von einem Zentimeter, bei einer Dicke zwischen einem und vier Millimetern sollte der Abstand zwei Zentimeter und bei Tumoren mit einer Dicke über vier Millimeter dann drei Zentimeter betragen. In die Tiefe sollte das Gewebe immer bis auf die Muskelhülle herausgeschnitten werden.

Ein malignes Melanom kann auf verschiedene Arten operiert werden

Bei der Operation kann ein einzeitiges oder zweizeitiges Vorgehen gewählt werden. Einzeitig bedeutet, dass zunächst nur ein kleines Gewebestück um den Tumor entnommen wird, das noch während der Operation von einem Fachmann mikroskopisch beurteilt wird. Stellt sich raus, dass der Tumor doch nicht bösartig war, ist eine weitere Operation nicht nötig. Enthält die Gewebeprobe bösartige Zellen, kann die Operation unter Berücksichtigung des entsprechenden Sicherheitsabstandes fortgesetzt werden.

Bei einer zweizeitigen Operation wird der Eingriff nach der ersten Probe-Entnahme beendet und in einer zweiten Operation falls nötig noch mehr Gewebe entfernt, um den nötigen Sicherheitsabstand einzuhalten. Um den Patienten aber die zweite Operation ersparen zu können, wird in letzter Zeit vermehrt nur eine Operation mit weitem Sicherheitsabstand befürwortet. Nach dem Eingriff wird eine Hauttransplantation oder plastische Operation durchgeführt.

Die große Gefahr: Bildung von Metastasen

Um die Bildung von Metastasen zu verhindern, sollten außerdem erkrankte Lymphknoten in der Nähe des Tumors entfernt werden. Einige Patienten bekommen nach der Operation für eine gewissen Zeit Interferon zur Unterstützung des Immunsystems gespritzt. Doch wie wirksam diese Therapie ist, wird zur Zeit noch in Studien geprüft. Eine Bestrahlung oder Chemotherapie erhalten Patienten, die bereits Metastasen haben.

Prognose hängt vor allem von Tumordicke und Metastasen ab

Nach Angaben der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft werden zirka 90 Prozent der malignen Melanome diagnostiziert, bevor sich Metastasen gebildet haben. Insgesamt überleben 70–80 Prozent aller Melanom-Patienten die ersten zehn Jahre nach der Diagnose. Wie bösartig der Hautkrebs ist, hängt von der Tumordicke, Tumorart, dem Ort des Tumors, dem Geschlecht und davon, ob sich bereits Metastasen gebildet haben, ab. Wenn letzteres der Fall ist, verschlechtert sich die Prognose dramatisch. Deshalb ist die Früherkennung bei diesem Tumor besonders wichtig.
Info
Je früher ein bösartiger Hauttumor erkannt und behandelt wird, desto besser sind die Heilungschancen!

Bei jeder Entfernung, egal ob der Verdacht auf Bösartigkeit vorliegt oder nicht, schickt der Arzt das entfernte Material zur histologischen Untersuchung ins Labor. Dieses Vorgehen ist wichtig, denn nur so kann man endgültige Sicherheit über die Art der Hautveränderung erhalten.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 18.09.2012
  • Autor/in: vitanet.de; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin
  • Quellen: O. Braun-Falco, G. Plewig, H. Wolff: Dermatologie und Venerologie, Springer Verlag 1997
  • Informationen des Robert-Koch-Instituts
  • www.hautkrebs.de
  • Krebsinformationsdienst des DKFZ Heidelberg
  • Leitlinie der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft
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