Das Basalzellkarzinom (früher Basaliom)

Das Basalzellkarzinom (früher auch Basaliom genannt) ist der häufigste Hautkrebs bei Menschen mit weißer Hautfarbe. Es kommt vor allem an Hautstellen vor, die viel und über lange Zeit dem Sonnenlicht ausgesetzt sind, also zum Beispiel im Gesicht älterer Menschen.

© John Hendrix/Public DomainEin Basalzellkarzinom
Außer der Sonnenlichtbestrahlung kann der Kontakt mit Arsen, radioaktive Strahlung oder eine Bestrahlung während einer Krebstherapie ein Basalzellkarzinomverursachen. Ein perlschnurartiger Saum und erweiterte Blutgefäße geben dem Basalzellkarzinom ein charakteristisches Aussehen.

Halb gut, halb böse – das Basalzellkarzinom

Das Basalzellkarzinom wurde früher als semimaligne bezeichnet (semi = halb, maligne = bösartig), da es nur zum Teil Eigenschaften eines bösartigen Krebses hat: Vor Ort wächst es wie ein bösartiges Geschwulst, indem es in andere Gewebe und Strukturen hineinwächst und diese verdrängt (destruktives Wachstum). Dieses Wachstum kann besonders im Gesicht großen Schaden anrichten. Aber ein Basalzellkarzinom streut die Krebszellen meistens nicht über die Blut- oder Lymphbahn in andere Organe, so dass sich keine Metastasen bilden.

Therapie: Operation, Stickstoff, Bestrahlung

Behandelt werden Patienten mit einem Basalzellkarzinom, indem der Tumor operativ entfernt wird. Dies kann meistens ambulant erfolgen. Dabei ist es wegen des nötigen Sicherheitsabstandes nicht immer möglich, den entstandenen Defekt sofort wieder zu schließen. Es kann dann eine zweite Operation nötig werden, um ein gutes kosmetisches Ergebnis zu erzielen.

Eine weitere, vor allem bei Basalzellkarzinomen im Gesicht angewendete Therapie ist die Bestrahlung mit Röntgenstrahlen. Ebenfalls eine Alternative zur Operation ist die Vereisung des Basalzellkarzinoms mit flüssigem Stickstoff (Kryotherapie) oder bei kleinen Basalzellkarzinomen die Behandlung mit dem Immunmodulator Imiquimod. Durch den Wirkstoff wird in den Krebszellen der programmierte Zelltod angeregt und das Immunsystem zur Abwehr der Krebszellen stimuliert. Die Heilungschancen nach einer erfolgreichen Behandlung des Basalzellkarzinoms liegen bei bis zu 95 Prozent. Eine weitere Behandlungsmöglichkeit stellt die Photodynamische Therapie dar. Hierbei wird eine Creme auf den Tumor aufgetragen, die beispielsweise Deltaaminolävulinsäure enthält. Dann wird der so vorbehandelte Tumor mit Licht einer bestimmten Wellenlänge bestrahlt. Die Inhaltsstoffe der Creme sensibilisieren das Tumorgewebe für die Bestrahlung, wodurch es nach der Behandlung abstirbt. Da nur Tumorgewebe auf diese Stoffe reagiert, ist dieser Effekt auf den Tumor beschränkt.

Hedgehog-Signalweg-Inhibitoren

In den seltenen Fällen einer Metastasierung oder in sehr ausgedehnten Fällen kommen, als neueres Verfahren, Hedgehog-Signalweg-Hemmer zum Einsatz, die das Wachstum der Tumorzellen unterdrücken. Der Hedgehog-Signalweg dient in gesunden Zellen dem geregelten Aufbau von Eiweißbausteinen. Basalzellkarzinome und auch andere Tumorarten können diesen Signalweg stören oder abnorm aktivieren. Mit den neuen Hedgehog-Signalweg-Hemmern, wie beispielsweise Vismodegib, kann der abnorm aktivierte Weg gehemmt werden. So können gute Ergebnisse bei fortgeschrittenen Basalzellkarzinomen erreicht werden.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 26.08.2019
  • Autor/in: vitanet.de; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin
  • Quellen: O. Braun-Falco, G. Plewig, H. Wolff: Dermatologie und Venerologie, Springer Verlag
  • Informationen des Robert-Koch-Instituts
  • Krebsinformationsdienst des DKFZ Heidelberg
  • Hautkrebs: Antworten. Hilfen. Perspektiven: Stiftung Deutsche Krebshilfe, 2018
  • S2k-Leitlinie 032-021 Basalzellkarzinom der Haut im Auftrag der Arbeitsgemeinschaft Dermatologische Onkologie (ADO) der Deutschen Krebsgesellschaft und der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft (DDG)
  • https://www.krebshilfe.de/fileadmin/Downloads/PDFs/Blaue_Ratgeber/005_0046.pdf
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