Therapie bei Belastungsinkontinenz: Pessare

Wenn Ihr Frauenarzt oder Ihre Frauenärztin festgestellt hat, dass eine abgeknickte Harnröhre durch Scheidensenkung für die Inkontinenz-Beschwerden verantwortlich ist, kann ein spezielles Pessar (Scheideneinlage) helfen.

Es wird in die Scheide eingeführt und stützt von dort die Harnröhre. Wenn Sie von einer Belastungsinkontinenz betroffen sind, zeigt Ihnen Ihr Gynäkologe, wie Sie das Pessar selbst einlegen und entfernen.

Pessare vor allem bei leichter Belastungsinkontinenz geeignet

Die Scheideneinlagen eignen sich vor allem für Frauen mit leichter Inkontinenz (Blasenschwäche). Sie können sie dann verwenden, wenn besonderer Bedarf besteht: Zum Beispiel während einer Erkältung, wenn sie häufig niesen oder husten müssen, oder beim Sport.

Pessare können die Belastungsinkontinenz jedoch nur vorübergehend beheben. Bei längerem Gebrauch besteht beispielsweise das Risiko, dass sich Druckgeschwüre bilden. Wenn sich die Inkontinenz verschlimmert, reichen die Scheideneinlagen als Hilfsmittel meist nicht mehr aus.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 20.01.2014
  • Autor/in: Dr. med. Susanne Segebrecht, Ärztin, Apothekerin, Charité - Universitätsmedizin Berlin; Markus Zens, Wissenschaftsjournalist, Wissenschaftlicher Mitarbeiter Charité - Universitätsmedizin Berlin; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin;
  • Quellen: http://www.springerlink.com/content/ur674007617r3747/fulltext.pdf
  • A. Wagg (2008) Recent advances in the treatment of urinary incontinence in older women Current Opinion in Urology 18:383–388
  • O. Kheyfets H. Kölbl (2007): Harninkontinenz der Frau. Formen, Ursachen, Diagnostik. IN: Der Gynäkologe, Bd 40 / Heft 9, 672 – 678