Therapie bei Inkontinenz: Kontinenz- und Blasentraining

Ein Blasentraining kann helfen, die Kontrolle über die Harnblase zu verbessern. Vor allem eine überaktive Blase lässt sich durch gezieltes Training beruhigen, die Zeiten zwischen den Toilettenbesuchen werden verlängert.

Allerdings sollte das Harnblasentraining bei Inkontinenz (Blasenschwäche) nicht einfach auf eigene Faust begonnen werden. Vorher sollte ein Arzt aufgesucht werden, der Patient sollte von einer speziell weitergebildeten Physiotherapeutin angeleitet werden.

Miktionsprotokoll ist wichtiges Hilfsmittel für Blasentraining

Ein wichtiges Hilfsmittel für das Blasentraining ist das Miktionsprotokoll, manchmal auch Blasentagebuch genannt. Darin notieren Patienten mit Inkontinenz die Menge an Flüssigkeit, die sie über den Tag verteilt trinken, jeden Toilettengang und jeden ungewollten Harnverlust. So gewinnen Arzt und Patient einen Überblick über Trinkverhalten und eventuell daraus resultierende Probleme.

Im nächsten Schritt versuchen die Patienten mit Inkontinenz, die Abstände zwischen den Toilettengängen langsam zu steigern – allerdings ohne sich dabei zu sehr unter Druck zu setzen. Am Anfang genügt es, rund zehn Minuten länger zwischen den Toilettengängen zu warten.

Angst vor einer Schädigung der Blase müssen Betroffene dabei nicht haben: Das Muskelgewebe der Harnblase kann sich so weit ausdehnen, dass das bewusste Zurückhalten des Urins keine Schädigung verursacht. Auch wenn ein starker Harndrang einsetzt, sollten Patienten beim Blasentraining versuchen, den Toilettengang noch um einige Minuten hinauszuzögern. So lässt sich die Blase trainieren, wieder mehr Urin aufzunehmen.

Wichtiger Bestandteil des Blasentrainings ist auch die Steuerung des Trinkverhaltens – regelmäßige Flüssigkeitsaufnahme und der Verzicht von blasenstimulierenden Getränken wie Kaffee, Tee oder Alkohol kann dabei helfen, die Zahl der Toilettenbesuche zu verringern.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 20.01.2014
  • Autor/in: Dr. med. Susanne Segebrecht, Ärztin, Apothekerin, Charité - Universitätsmedizin Berlin; Markus Zens, Wissenschaftsjournalist, Wissenschaftlicher Mitarbeiter Charité - Universitätsmedizin Berlin; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin;
  • Quellen: http://www.uni-duesseldorf.de/AWMF/ll/084-001.htm
  • http://www.rki.de/cln_160/nn_199850/DE/Content/GBE/Gesundheitsberichterstattung/GBEDownloadsT/harninkontinenz,templateId=raw,property=publicationFile.pdf/harninkontinenz.pdf
  • K.-P. Jünemann, H. Palmtag, C. Hampel et al. (2006) Harninkontinenz und Urodynamik. Urologe [Sonderheft] 45:106–121