Symptome bei Harninkontinenz (Blasenschwäche)

Die beobachteten Symptome sind von der Art der Inkontinenz (Blasenschwäche) abhängig und daher unterschiedlich. Man findet diverse Formen der Inkontinenz.

Bei einer Stressinkontinenz (Belastungsinkontinenz) zeigt sich als Symptom, dass Betroffene geringe Mengen Urin bei Tätigkeiten verlieren, die den Druck im Bauchraum erhöhen – beispielsweise, wenn sie lachen, niesen, husten, Treppen steigen, wandern, laufen oder Gymnastik machen.

Bei einer Dranginkontinenz (Urge-Inkontinenz) zeigen sich andere Symptome. Betroffene verspüren plötzlich starken Harndrang, der sich nicht unterdrücken lässt, gefolgt von oftmals schwallartigem Urinabgang. Häufig ist dieses Vorkommnis an bestimmte Auslöser gekoppelt (zum Beispiel das Geräusch von fließendem Wasser, Hände in warmes Wasser tauchen, Kaffee trinken, Aufregung). Manche Menschen verspüren den starken Harndrang beim Nachhausekommen, kurz bevor oder nachdem sie die Wohnung betreten haben und verlieren Urin noch auf dem Weg zur Toilette. Die Dranginkontinenz kann auch im Rahmen so unterschiedlicher Erkrankungen wie Harnblasensteinen, bei Demenz oder nach einem Schlaganfall auftreten.

Wenn Sie das Gefühl haben, häufig Wasser lassen zu müssen, aber dann nur geringe Mengen an Urin entleert werden, liegt oftmals keine eigentliche Blasenschwäche, sondern wahrscheinlich ein Harnwegsinfekt vor. Häufig ist dann auch ein „Brennen“ in der Harnröhre zu spüren, besonders gegen Ende der Blasenentleerung.

Die oben beschriebenen Symptome können auch kombiniert auftreten, sodass ein geringer Urinabgang bei körperlicher Anstrengung mit einem Dranggefühl verbunden ist. Diese Form der Blasenschwäche wird Mischinkontinenz oder Misch-Harninkontinenz genannt.

Ein weiteres Symptom von Inkontinenz ist ständiges Harnträufeln. Dieses Symptom der Blasenschwäche tritt bei Männern häufig bei Prostataerkrankungen auf und kommt dadurch zustande, dass die Harnblase nicht richtig entleert werden kann, obwohl sie voll ist. Allgemein kann dieses Symptom auch bei Harnsteinen oder Harnröhrenverengung auftreten. Bei Frauen kann das Symptom eines dauerhaft abfließenden Urins auch über einen anderen Mechanismus zustande kommen. In seltenen Fällen haben sich anatomische Veränderungen ausgebildet, sodass der Urin unter Umgehung des Schließmuskels austritt. Es liegt dann eine extraurethrale Harninkontinenz vor.

Beim Vorliegen sonstiger schwerer Erkrankungen kann als Symptom auch ein plötzlicher reflexhafter Urinabgang erfolgen, den der Betroffene nicht steuern, aber auch nicht absehen kann. Ein Gefühl des Harndrangs entsteht nicht, das heißt, eine volle Harnblase wird nicht wahrgenommen. Ursache sind neurologische Probleme wie sie zum Beispiel bei Multipler Sklerose oder Querschnittslähmungen auftreten. Man spricht in diesem Fall von einer Reflexharnblase.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 20.01.2014
  • Autor/in: vitanet.de; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin;
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