Trotz Harninkontinenz nicht auf Sexualität verzichten

Wer an Inkontinenz (Blasenschwäche) leidet, muss deshalb keinesfalls auf Sex verzichten. In leichteren Fällen kann es bereits ausreichen, vor dem Geschlechtsverkehr die Harnblase zu leeren, sodass während des Akts kein Urin abgeht.

Im Stadium sexueller Erregung leiden viele Frauen an einer Tröpfelinkontinenz, das heißt, nur wenige Tropfen Harn gehen unkontrolliert ab. Durch regelmäßiges Trainieren der Beckenbodenmuskulatur kann dem entgegengewirkt werden. Allerdings dauert es eine gewisse Zeit, bis das Training wirkt. Bei Männern mit Inkontinenz wirkt die Versteifung des Penis (Erektion) als Sperre für dieses Tröpfeln. Zusätzlich kann ein Kondom verwendet werden.

Auch bei schwerer Inkontinenz ist normaler Sex möglich

Auch wer an einer schwereren Form von Inkontinenz leidet, kann in vielen Fällen ganz normal Sex haben. So stellt bei Blasenschwäche sogar ein in der Harnröhre liegender Dauerkatheter kein grundlegendes Hindernis für Sex dar.

Allerdings sollten Männer mit Katheter vorher das Gespräch mit ihrem Arzt suchen, da der Auffangbeutel entfernt und ein Kondom über den Penis sowie den Katheterschlauch gezogen werden muss und daher einige Vorsichtsmaßnahmen zu beachten sind. Falls eine lang andauernde Katheterisierung notwendig ist, wird Ihr Arzt sowieso eine andere Art Katheter wählen, der durch die Bauchdecke oberhalb des Schambeinknochens geführt wird (suprapubischer Katheter). Bei Frauen ist eine Katheterisierung beim Sex meist ein geringeres Problem, da Harnröhre und Scheide voneinander getrennt sind.

In allen Fällen sollte aber natürlich zunächst das Gespräch mit dem Partner gesucht werden. Wenn einer von beiden Bedenken gegenüber dem Sex hat, so gibt es auch noch andere Sexualpraktiken, die zu einem erfüllten Liebesleben beitragen können.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 20.01.2014
  • Autor/in: Dr. med. Susanne Segebrecht, Ärztin, Apothekerin, Charité - Universitätsmedizin Berlin; Markus Zens, Wissenschaftsjournalist, Wissenschaftlicher Mitarbeiter Charité - Universitätsmedizin Berlin; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin;
  • Quellen: http://www.uni-duesseldorf.de/AWMF/ll/084-001.htm
  • http://www.rki.de/cln_160/nn_199850/DE/Content/GBE/Gesundheitsberichterstattung/GBEDownloadsT/harninkontinenz,templateId=raw,property=publicationFile.pdf/harninkontinenz.pdf