Lexikon: Harninkontinenz

  • Syn.: Vasopressin, Desmopressin; aus der Hirnanhangsdrüse (Hypophyse) freigesetztes Hormon, das die Wasserausscheidung über die Nieren reguliert. Es wird bei Durst oder Volumenmangel ausgeschüttet. Dadurch wird vermehrt Wasser im Körper zurückgehalten. Bei einem ADH-Mangel wird eine vermehrte Harnmenge gebildet.
  • Als alpha-Adrenozeptoren oder auch alpha-Rezeptoren wird eine Untergruppe der Adrenozeptoren bezeichnet, die insbesondere durch die Hormone Adrenalin und Noradrenalin aktiviert werden. Alpha-Rezeptoren finden sich am Blasenhals und in der Harnröhre und bewirken bei Aktivierung ein Zusammenziehen der glatten Muskulatur und damit ein Zurückhalten des Urins.
  • Krankengeschichte eines Patienten
  • Ein Anticholinergikum (syn.: Parasympatholytikum) unterdrückt die Wirkung des Transmitters Acetylcholin im autonomen Nervensystem. Damit werden Nervenreize, die zu einer Kontraktion der glatten Muskulatur führen, unterbrochen. An der Blase wird der Blasenmuskel (Detrusor) gehemmt, so dass der Drang zum Wasserlassen abnimmt. Auch die Sekretion von Speichel wird gehemmt. Dank ihrer bronchialerweiternden Wirkung werden Anticholinergika auch bei der Therapie von Asthma und der COPD eingesetzt.
  • Teil des Nervensystems, der nicht dem Bewusstsein und der Willkürkontrolle unterliegt; dient der automatisch ablaufenden Regelung von Lebensfunktionen wie Atmung, Verdauung oder Wasserlassen.
  • Die Muskeln, die den Bauchraum nach unten begrenzen und die inneren Organe stützen. Im Beckenboden liegt auch der äußere, willentlich beeinflußbare Harnröhrenschließmuskel.
  • Medikamente, die bestimmte Bereiche des menschlichen Nervensystems stimulieren. Sie werden vor allem zur Behandlung des allergischen Asthmas eingesetzt
  • Als beta-Adrenozeptoren oder auch beta-Rezeptoren wird eine Untergruppe der Adrenozeptoren bezeichnet, die insbesondere durch die Hormone Adrenalin und Noradrenalin aktiviert werden. Die im Blasenmuskel (Detrusor) gelegenen beta-Rezeptoren lassen den Muskel erschlaffen, wenn sie aktiviert werden.
  • (lat: "ohne Geist"); schwerwiegende Veränderung der Persönlichkeitsstruktur eines Menschen mit Einschränkung in kognitiven, emotionalen und sozialen Fähigkeiten; oft sind das Kurzzeitgedächtnis, das Denkvermögen, die Sprache und die Motorik betroffen. Ein Beispiel ist die Alzheimer-Demenz.
  • Gesamte Muskulatur der Blasenwand, die aus drei Schichten besteht
  • Optisches Gerät, mit dem Hohlräume, also auch Hohlraumorgane wie beispielsweise der Magen oder der Darm, untersucht werden können; wird bei minimal-invasiven Operationen eingesetzt. Ein Endoskop, mit dem das Innere der Blase betrachtet wird, nennt man Zystoskop.
  • Das Einnässen von Kindern, die schon längst trocken sein müssten
  • außerhalb der Harnröhre
  • Eine nicht natürlich vorbestehende, röhren- oder röhrennetzartige Verbindung zwischen einem inneren Hohlorgan und anderen Organen oder der Körperoberfläche. Es wird zwischen inneren (von außen nicht sichtbaren) und äußeren (an der Haut mündenden) Fisteln unterschieden.
  • Diese liegt vor, wenn die Beckenbodenmuskulatur die Gebärmutter nicht mehr in ihrer Position halten kann. Dadurch "hängt" das Organ tiefer im Becken als normalerweise. Es gibt unterschiedliche Schweregrade einer Gebärmuttersenkung. In manchen Fällen rutscht die Gebärmutter teilweise oder sogar ganz aus der Scheide heraus. Dies wird als Gebärmuttervorfall (Uterusprolaps) bezeichnet.
  • Auch Grüner Star genannt, eine der häufigsten Erkrankungen des Auges. Mit den meisten Formen eines Glaukoms geht eine Augeninnendruckerhöhung einher. Ein Glaukom kann zur Sehnervenschädigung und schlimmstenfalls zur Erblindung führen.
  • Ein Gel auf Wasserbasis, das aber wasserunlöslich ist und dessen Moleküle chemisch zu einem dreidimensionalen Netzwerk verknüpft sind. Hydrogele können in Wasser quellen, behalten aber ihre Struktur.
  • Auch als innerer Sphinkter bezeichneter Muskel um die Harnröhre herum, der für den automatischen (unwillkürlichen) Verschluss der Harnblase zuständig ist.
  • Eine Drucksonde, die aussieht wie ein Tampon, wird in den unteren Bereich der Scheide eingeführt und mit einem Aufzeichnungsgerät verbunden. Bei Anspannung der Beckenbodenmuskulatur gibt das Gerät ein entsprechendes Signal.
  • Als Lokalanästhetikum (Pl. Lokalanästhetika) werden Mittel zur örtlichen Betäubung bezeichnet.
  • Kleine, kugelförmige Molekülverbände.
  • Eine Art Tabelle, in welche ein Patient oder das Pflegepersonal zugeführte Flüssigkeiten und ausgeschiedene Harnmenge in dafür vorgesehene Spalten einträgt. Das Miktionsprotokoll dient der Erfassung der Flüssigkeitsbilanz eines Patienten bei Harninkontinenz.
  • Winzige Teilchen, deren Größe meist zwischen 1 bis 100 Nanometern liegt (ein Nanometer ist ungefähr 70.000 mal dünner als ein menschliches Haar). Nanopartikel können aufgrund ihrer geringen Größe biologische Membranen durchdringen und stehen deshalb in Verdacht, gesundheitsschädliche Wirkungen im Körper zu entfalten.
  • Ein kleines Gerät, das üblicherweise oberhalb des Gesäßbereichs unter der Haut eingesetzt wird. Es gibt schwache elektrische Impulse an die Nerven ab, die die Muskulatur von Darm, Mastdarm und Blase steuern. Durch die Stimulation der Sakralnerven kann der Schrittmacher dazu beitragen, dass die Kontrolle über die Blasenfunktionen wiedererlangt wird.
  • Verbindung zwischen Nervenzellen. Bei Kindern sind noch nicht alle Verbindungen so hergestellt wie bei Erwachsenen, daher können einige Prozesse aus rein anatomischen Gründen noch nicht ablaufen, unabhängig vom Willen oder der Erziehung.
  • Botenstoff, der an der Übertragung von Signalen zwischen Nervenzellen oder zwischen Nervenzellen und Organen wie der Muskulatur beteiligt ist, wie z. B. Acetylcholin, Adrenalin, Noradrenalin.
  • Wichtigste Gruppe der weiblichen Geschlechtshormone. Sie werden vor den Wechseljahren hauptsächlich in den Eierstöcken (Ovarien) im Follikel und Gelbkörper, und in geringerem Maß auch in der Nebennierenrinde produziert. Beim Mann, und nach den Wechseljahren der Frau wird Östrogen vor allem im peripheren Fettgewebe durch das Enzym Aromatase aus Testosteron gebildet.
  • Teil des vegetativen Nervensystems. Gegenspieler des sympathischen Nervensystems: Es sorgt für Ruhe, Erholung und Schonung. Die Leistung wird allgemein gemindert, der Energieverbrauch erniedrigt, die Verdauung gefördert. Bezüglich der Blase ermöglicht es das Wasserlassen (Miktion).
  • Maß für den sauren oder laugenartigen Zustand einer Flüssigkeit. Die Skala reicht von 0 (stark sauer) über 7 (neutral) bis 14 (stark alkalisch). Der pH-Wert der menschlichen Haut ist mit 5,5 leicht sauer.
  • Ein Scheinarzneimittel, welches keinen Wirkstoff enthält. Es kann durchaus eine Wirkung haben, allerdings ist diese dann durch andere Mechanismen als durch einen Stoff mit pharmakologischer Wirkung zustande gekommen.
  • Dieser Kunststoff wird aus Acrylamid gewonnen, das in seiner Grundform für Menschen giftig ist. Zu Polyacrylamid umgewandelt ist das Material aber gesundheitlich unbedenklich. Bei der Zugabe von Wasser nimmt Polyacrylamid eine gelartige Konsistenz an.
  • Eine chemische Verbindung aus mehreren, gleichartigen Molekülen. Künstliche Polymere sind unter anderem Styropor und PVC.
  • Ein Kunststoff, der aus dem gasförmigen Propen gewonnen wird. Polypropylen ist gut verträglich.
  • Hiermit wird die Menge an Urin (in ml) bezeichnet, die nach normalem Wasserlassen noch in der Blase verbleibt und ein ideales Milieu für Krankheitserreger bietet.
  • Bindungsstelle auf oder in Zellen für Signalstoffe (zum Beispiel Wachstumsfaktoren, Überträgerstoffe, Hormone), die in der Zelle bestimmte Prozesse anregen. Im Bereich des Nervensystems bezeichnet Rezeptor auch eine reizaufnehmende Nervenzelle.
  • Teil der unteren Wirbelsäule. Der Sakralwirbel S1 ist der oberste Beckenwirbel und liegt am Übergang zur Lendenwirbelsäule.
  • Arzneistoffe, die vorwiegend als Mittel gegen Depressionen eingesetzt werden. Ihre Wirkweise besteht darin, dass sie die Wiederaufnahme der Botenstoffe Serotonin und Noradrenalin in die Nervenzelle verhindern, indem sie sich an deren Transportproteine anlagern. Sie sind relativ moderne Arzneimittel und nebenwirkungsärmer als die älteren Mittel in diesem Anwendungsbereich.
  • Untersuchungsmethode, die mittels Ultraschallwellen von außen das Körperinnere sichtbar macht.
  • Dieser Katheter wird direkt in Lokalanästhesie durch die Bauchdecke in die sicher gefüllte Harnblase eingeführt. Er eignet sich besonders, wenn eine langfristige Katheterisierung unumgänglich ist, da die Infektionsgefahr geringer ist als bei Kathetern, die durch die Harnröhre geführt werden. Auch der Tragekomfort ist größer als bei anderen Katheterarten.
  • Teil des autonomen Nervensystems, das meistens eine Steigerung der Leistungsfähigkeit des Körpers bewirkt. Gegenspieler zum parasympathischen Nervensystem: Es sorgt für Leistungsbereitschaft; der Energieverbrauch wird erhöht, der Blutdruck steigt. Bezüglich der Blase hemmt es die Miktion.
  • Verstopfung eines Blutgefäßes durch ein Blutgerinnsel (Thrombus). Eine Thrombose in den Venen wird begünstigt, weil das Blut in den Venen langsamer als in den Arterien fließt. Lebensgefährlich werden diese Blutgerinnsel, wenn sie sich ablösen und in die Lunge geschwemmt werden (Embolie).
Autoren und Quellen Aktualisiert: 07.04.2010
  • Autor/in: Dr. med. Susanne Segebrecht, Ärztin, Apothekerin, Charité - Universitätsmedizin Berlin; Markus Zens, Wissenschaftsjournalist, Wissenschaftlicher Mitarbeiter Charité - Universitätsmedizin Berlin
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