Hautpflege bei Harninkontinenz

Ein häufig vernachlässigtes Thema ist die richtige Hautpflege bei Inkontinenz (Blasenschwäche). Der andauernde Kontakt mit Urin reizt die Haut, daher muss bei Inkontinenz besonderer Wert auf die Pflege der Intimzone gelegt werden.

Das beginnt schon bei der Wahl des richtigen Waschmediums: Normale Seife ist dafür nicht geeignet, denn viele Seifen haben einen sehr hohen pH-Wert und schaffen damit ein alkalisches Milieu. Bei häufigem Gebrauch zerstören sie den Säureschutzmantel der Haut und tragen so zur Schädigung bei. Stattdessen sollten Patienten mit Inkontinenz milde Waschlotionen, also pH-neutrale oder leicht saure Seifen zur Reinigung und Hautpflege verwenden.

Nach dem Harnverlust möglichst schnell reinigen

Die Reinigung sollte nach dem Harnverlust möglichst schnell stattfinden, um den Kontakt zwischen Haut und Urin so kurz wie möglich zu halten. Für unterwegs eignen sich dazu auch Reinigungstücher. Nach dem Waschen ist es sinnvoll, die Haut mit einer Creme zu schützen.

Cremes, die Wollfett enthalten, sollten dabei nicht zu dick aufgetragen werden, um die natürliche Atmung der Haut nicht zu unterdrücken. Auch auf eine mögliche Entstehung einer Allergie ist hier zu achten. Bei der Verwendung von Babyöl zur Hautpflege bei Inkontinenz gilt es vorher zu klären, ob zusätzliche Hilfsmittel verwendet werden, die sich nicht mit dem Öl vertragen – das Babyöl kann bestimmte Kunststoffe angreifen und zerstören.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 20.01.2014
  • Autor/in: Dr. med. Susanne Segebrecht, Ärztin, Apothekerin, Charité - Universitätsmedizin Berlin; Markus Zens, Wissenschaftsjournalist, Wissenschaftlicher Mitarbeiter Charité - Universitätsmedizin Berlin; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin;
  • Quellen: http://www.uni-duesseldorf.de/AWMF/ll/084-001.htm
  • http://www.rki.de/cln_160/nn_199850/DE/Content/GBE/Gesundheitsberichterstattung/GBEDownloadsT/harninkontinenz,templateId=raw,property=publicationFile.pdf/harninkontinenz.pdf