Pessare und Vaginaltampons – weitere Hilfsmittel gegen Harninkontinenz

Für Frauen, die an einer Belastungsinkontinenz leiden und deren Harnblase oder Gebärmutter gesenkt ist, gibt es ein weiteres Hilfsmittel: Sogenannte Pessare wirken stützend auf Harnblase, Harnleiter und Gebärmutter. Sie sind in verschiedenen Formen erhältlich, zum Beispiel als Würfel-, Sieb-, Ring- oder Urethra-Pessar. Ein weiteres Hilfmittel sind spezielle Vaginaltampons.

Der Arzt muss dem Patienten mit Inkontinenz ein Pessar anpassen

Bei der Verwendung von Pessaren besteht ein erhöhtes Risiko, dass sich Druckstellen und Infektionen bilden. Daher muss ein Pessar dem Patienten mit Belastungsinkontinenz unbedingt vom Arzt angepasst werden und sollte nicht als Dauerlösung eingesetzt werden.

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Ebenfalls bei Belastungsinkontinenz und stabilisierend auf die Harnröhre wirken spezielle Vaginaltampons. Vor Gebrauch wird so ein Vaginaltampon in Wasser eingeweicht, gegebenenfalls mithilfe von Vaseline eingeführt und kann bis zu zwölf Stunden in der Scheide bleiben.

Es gibt verschiedene Vaginaltampons zum einmaligen oder mehrfachen Gebrauch. Außerdem sind sie in verschiedenen Größen erhältlich: Sie sind alle etwa gleich lang aber unterschiedlich dick. Mithilfe eines Startersets, bestehend aus drei Tampons unterschiedlicher Größe (22 bis 33 Millimeter Durchmesser), kann individuell die richtige Größe ermittelt werden. Falls diese nicht ausreichen sollten, sind auch stärkere Tampons mit 40 und 45 Millimetern Durchmesser erhältlich. Vaginaltampons sind als Hilfsmittel anerkannt und zugelassen und können vom behandelnden Arzt verordnet werden. Lassen Sie sich von Ihrem Frauenarzt beraten, ob Vaginaltampons für Sie geeignet sind.

Von Penisklemmen oder Penisbändchen, die den Urinfluss durch Druck auf die Harnröhre unterbrechen, raten Mediziner ab. Zu hoch ist dabei die Gefahr, durch unsachgemäße Benutzung Druckgeschwüre oder andere Gewebeschäden zu verursachen.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 20.01.2014
  • Autor/in: Dr. med. Susanne Segebrecht, Ärztin, Apothekerin, Charité - Universitätsmedizin Berlin; Markus Zens, Wissenschaftsjournalist, Wissenschaftlicher Mitarbeiter Charité - Universitätsmedizin Berlin; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin;
  • Quellen: http://www.uni-duesseldorf.de/AWMF/ll/084-001.htm
  • A. Wagg (2008) Recent advances in the treatment of urinary incontinence in older women Current Opinion in Urology 18:383–388