Die Überlaufinkontinenz (Harninkontinenz bei chronischer Harnretention)

Bei der Überlaufinkontinenz, auch Harninkontinenz bei chronischer Harnretention genannt, können Betroffene trotz voller Harnblase und starken Harndrangs ihre Blase nicht entleeren. Stattdessen tröpfelt ständig Urin.

Auslöser für die Überlaufinkontinenz ist oft ein Hindernis

Auslöser ist häufig ein Hindernis, das den Abfluss des Urins blockiert, beispielsweise ein großes Prostataadenom, Tumore, hochgradige Harnröhrenverengungen oder große Harnblasensteine. Die Blase ist deshalb praktisch immer gefüllt und der Harnblasenmuskel entsprechend gedehnt. Aufgrund der anhaltenden Dehnung ermüdet der Blasenmuskel schließlich und der Urin tropft nun dauernd aus der Harnröhre. Durch den Restharn in der Blase drohen Infektionen und durch den möglichen Rückstau kann es zu Nierenschäden kommen.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 20.01.2014
  • Autor/in: Dr. med. Susanne Segebrecht, Ärztin, Apothekerin, Charité - Universitätsmedizin Berlin; Markus Zens, Wissenschaftsjournalist, Wissenschaftlicher Mitarbeiter Charité - Universitätsmedizin Berlin; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin;
  • Quellen: http://www.uni-duesseldorf.de/AWMF/ll/084-001.htm
  • http://www.rki.de/cln_160/nn_199850/DE/Content/GBE/Gesundheitsberichterstattung/GBEDownloadsT/harninkontinenz,templateId=raw,property=publicationFile.pdf/harninkontinenz.pdf
  • K.-P. Jünemann, H. Palmtag, C. Hampel et al. (2006) Harninkontinenz und Urodynamik. Urologe [Sonderheft] 45:106–121