Diagnostik bei Harninkontinenz: Allgemeine körperliche Untersuchung

Die anschließende allgemeine körperliche Untersuchung gibt einen ersten Überblick über die Ursache und Art der Inkontinenz (Blasenschwäche). Der Arzt kann feststellen, ob der Betroffene unter Erkrankungen wie Infektionen oder Entzündungen leidet. Außerdem kann er abschätzen, in wieweit der Patient körperlich in der Lage ist, bestimmte physiotherapeutische oder verhaltenstherapeutische Therapien durchzuführen.

Körperliche Untersuchung bei Inkontinenz

Ihr Arzt oder Ihre Ärztin wird bei der Untersuchung Ihren Unterbauch abtasten und dabei fragen, ob Sie irgendwo Schmerzen haben. Durch leichtes Klopfen auf den Rücken etwas oberhalb der Taille (Nierengegend) erkennt der Arzt, ob Sie möglicherweise Probleme mit den Nieren haben. Die Harnblase selbst kann er nur ertasten, wenn sie ausreichend mit Urin gefüllt ist.

Blasenentzündung als mögliche Ursache für Überaktivität der Blase

Anschließend wird der Urin untersucht, um festzustellen, ob in der Blase Krankheitskeime sind, die eine Blasenentzündung verursacht haben. Eine Blasenentzündung kann manchmal chronisch und wenig schmerzhaft sein. In einigen Fällen verursacht die Blasenentzündung eine Überaktivität der Blase mit häufigem Wasserlassen.

Zur Untersuchung reicht eine kleine Menge Urin, am besten Mittelstrahlurin. Dieser wird so gewonnen: Lassen Sie beim Wasserlassen die erste Portion (also das erste Drittel) des Urins in die Toilette. Die nächste Portion (das zweite Drittel) ist der Mittelstrahlurin, den der Arzt für die Untersuchung benötigt – diese Portion fangen Sie mit dem Becher auf. Dann lassen Sie den Rest (das letzte Drittel) einfach wieder in die Toilette laufen.

Falls Sie eine Blasenentzündung haben, können Bakterien und /oder weiße Blutkörperchen in der Urinprobe nachgewiesen werden. Der Mittelstrahlurin ist für die Untersuchung des Urins am günstigsten, da sich im ersten und letzten Drittel des Urins auch von der Haut oder aus der Harnröhre stammende Bakterien befinden können – die Untersuchungsergebnisse könnten dadurch verfälscht werden.

Untersuchung mit Ultraschall hilft Arzt bei Diagnose

Blut im Urin ist in kleineren Mengen häufig nicht mit bloßem Auge zu erkennen. Es kann aber leicht mithilfe eines speziellen Teststreifens nachgewiesen werden. Die Ursache für blutigen Urin können beispielsweise Harnsteine oder Tumoren sein, die wiederum Störungen beim Wasserlassen verursachen können.

Mit einer Ultraschalluntersuchung kann sich Ihr Arzt ein noch besseres Bild machen: Zunächst sieht er sich die Nieren, dann die Blase an. „Die Blase sollte dabei erst im gut gefüllten Zustand untersucht werden und nach dem Wasserlassen. So kann festgestellt werden, ob nach dem Toilettengang noch Urin in der Blase zurückbleibt und wenn ja, wie viel“, erläutert Mehmet Gövercin, Arzt an der Charité – Universitätsmedizin Berlin.

Diese sogenannte Restharnbestimmung ist sehr wichtig für die Diagnose. Der Grund: Bei etwa einem Drittel der älteren Patienten zieht sich der Blasenmuskel aufgrund von Abflussbehinderungen nicht stark genug zusammen (eingeschränkte Kontraktionsfähigkeit) – Restharn bleibt in der Blase zurück. Dadurch besteht ein erhöhtes Infektionsrisiko und der Betroffene muss häufiger Urin lassen. Die Restharnbestimmung ist besonders vor und während einer Therapie gegen eine überaktive Blase mit speziellen Medikamenten, den anticholinergen Medikamenten, wichtig. Diese Medikamente bewirken, dass sich die Muskelspannung verringert.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 20.01.2014
  • Autor/in: Dr. med. Susanne Segebrecht, Ärztin, Apothekerin, Charité - Universitätsmedizin Berlin; Markus Zens, Wissenschaftsjournalist, Wissenschaftlicher Mitarbeiter Charité - Universitätsmedizin Berlin; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin;
  • Quellen: http://www.uni-duesseldorf.de/AWMF/ll/084-001.htm
  • http://www.rki.de/cln_160/nn_199850/DE/Content/GBE/Gesundheitsberichterstattung/GBEDownloadsT/harninkontinenz,templateId=raw,property=publicationFile.pdf/harninkontinenz.pdf
Suche nach Netzwerk- & Servicepartnern
Zertifizierung
  • afgis-Qualitätslogo mit Ablauf 2015/11: Mit einem Klick auf das Logo öffnet sich ein neues Bildschirmfenster mit Informationen über vitapublic GmbH und sein/ihr Internet-Angebot: www.vitanet.de
  • Logo der Health On the Net Stiftung. das Gesundheitsportal vitanet.de ist von der Health On the Net Stiftung (HON) akkrediert. Zur Prüfung klicken Sie hier.
  • Logo der Informationsgemeinschaft zur Feststellung der Verbreitung von Werbeträgern e.V. (IVW)
  • Logo der Arbeitsgemeinschaft Online Forschung e.v. (AGOF)