Ursachen für Harninkontinenz bei Männern

Eine Besonderheit des männlichen Körpers ist die Prostata, die auch Vorsteherdrüse genannt wird. Sie produziert einen Teil der Spermaflüssigkeit und liegt unterhalb der Harnblase.

„Die Harnröhre führt bei Männern mitten durch die Prostata. Deshalb haben Veränderungen an der Prostata häufig unmittelbare Auswirkungen auf die Fähigkeit zum Wasserlassen“, erläutert Mehmet Gövercin, Arzt an der Charité – Universitätsmedizin Berlin. Diese Veränderungen können bei Männern Harninkontinenz (verursachen.

Inkontinenz bei Männern durch Vergrößerung der Prostata

Vor allem bei Männern über 50 sind Erkrankungen der Prostata weitverbreitet. Am häufigsten tritt eine gutartige Vergrößerung auf, die sogenannte Benigne Prostatahyperplasie (BPH). Diese Erkrankung wird manchmal auch Prostataadenom genannt. Dabei vermehren sich bei betroffenen Männern die Zellen der Prostata, ohne dass eine Krebserkrankung vorliegt. Die angeschwollene Drüse stört häufig den Harnabfluss und kann zu einer sogenannten „Harninkontinenz bei chronischer Harnretention“ führen.

In schweren Fällen wird eine Operation nötig. Auch Krebserkrankungen der Prostata können eine Operation an der Vorsteherdrüse nötig machen.

Vorübergehende Inkontinenz nach Operation der Prostata

Blasenschwäche Grafik von vergrößerter Prostata © vitapublic GmbHEine vergrößerte Prostata verengt die Harnröhre: Es kann bei betroffenen Männern zu einer Harninkontinenz bei chronischer Harnretention kommen.
„Direkt nach einem solchen Eingriff tritt bei fast allen Patienten eine Harninkontinenz auf“, erklärt Gövercin. Dies ist meistens auf operationsbedingte Schwellungen zurückzuführen. Häufig dauert es einige Wochen oder Monate, bis der Urin wieder komplett gehalten werden kann.  Allerdings gelingt dies auch bei Anwendung moderner Operationsverfahren nicht in allen Fällen, sodass es bei einigen Männern zu bleibender Inkontinenz kommt. Die Ursache für diese dauerhafte Inkontinenz können beispielsweise Nervenverletzungen oder eine Verletzung des inneren Harnblasenschließmuskels sein – diese Schädigungen führen meist zu einer sogenannten „Belastungsinkontinenz“

Operationen an der Prostata können auch zu einer Überaktivität der Blase und schmerzhaften Blasenkrämpfen führen. Diese Symptome werden meist einer „Dranginkontinenz“ zugeordnet. „Es wäre jedoch falsch, die Harninkontinenz bei Männern nur in Verbindung mit der Prostata zu sehen. Andere Erkrankungen wie Diabetes mellitus, Multiple Sklerose, Morbus Parkinson oder ein Schlaganfall können ebenfalls Auslöser für Inkontinenz sein“, erläutert Gövercin. „In jedem Fall ist eine genaue Untersuchung durch den Urologen nötig.“
Blasenschwäche Anatomie von männlichem Unterbauch © ShutterstockAnatomie des Mannes
Autoren und Quellen Aktualisiert: 20.01.2014
  • Autor/in: Dr. med. Susanne Segebrecht, Ärztin, Apothekerin, Charité - Universitätsmedizin Berlin; Markus Zens, Wissenschaftsjournalist, Wissenschaftlicher Mitarbeiter Charité - Universitätsmedizin Berlin; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin;
  • Quellen: http://www.uni-duesseldorf.de/AWMF/ll/084-001.htm
  • http://www.rki.de/cln_160/nn_199850/DE/Content/GBE/Gesundheitsberichterstattung/GBEDownloadsT/harninkontinenz,templateId=raw,property=publicationFile.pdf/harninkontinenz.pdf
  • K.-P. Jünemann, H. Palmtag, C. Hampel et al. (2006) Harninkontinenz und Urodynamik. Urologe [Sonderheft] 45:106–121
  • http://www.prostatakrebse.de/informationen/pdf/Inkontinenzbehandlung.pdf
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