Ursachen für Harninkontinenz bei Frauen

Frauen sind häufiger von Harninkontinenz betroffen als Männer. Bei vielen Frauen kommt es nach der Geburt eines Kindes oder auch schon während der Schwangerschaft zur Inkontinenz (Blasenschwäche).

Im Körper von werdenden Müttern verändert sich die Lage der Organe, die Aktivität der Niere erhöht sich und hormonelle Umstellungen beeinflussen die Harnblasenmuskulatur. Daher kommt es nicht selten vor, dass Frauen während der Schwangerschaft eine Inkontinenz entwickeln – meist eine sogenannte „Belastungsinkontinenz“.

Inkontinenz durch geschwächte Beckenbodenmuskulatur

Auch nach einer Geburt leiden viele Frauen an Harninkontinenz – der Hauptgrund dafür ist die geschwächte Beckenbodenmuskulatur, die durch die Geburt in Mitleidenschaft gezogen wurde. Um diese Probleme zu vermeiden, empfiehlt es sich für Schwangere, bereits vor der Geburt einen Kurs zum Beckenbodentraining zu besuchen.

Inkontinenz in den Wechseljahren: Grund dafür ist meist ein Östrogenmangel

Auch während der Wechseljahre kommt es bei vielen Frauen zu einer Inkontinenz: Grund hierfür ist häufig ein Mangel an dem Hormon Östrogen. Als Folge davon nimmt unter anderem die Durchblutung ab, das Gewebe von Harnblase und Harnleiter verliert an Spannkraft – eine Belastungsinkontinenz entsteht. Eine angeborene Bindegewebsschwäche, von der Frauen häufiger betroffen sind, kann ebenfalls zu einer Belastungsinkontinenz führen.

Viele Frauen berichten auch von einer Reizblase – mit diesem umgangssprachlichen Ausdruck wird die sogenannte „Dranginkontinenz“ bezeichnet. Auslöser dafür können neben psychosomatischen Gründen auch Harnwegsinfekte oder Harnblasensteine sein.
Blasenschwäche Anatomie von weiblichem Unterbauch © ShutterstockAnatomie der Frau
Autoren und Quellen Aktualisiert: 20.01.2014
  • Autor/in: Dr. med. Susanne Segebrecht, Ärztin, Apothekerin, Charité - Universitätsmedizin Berlin; Markus Zens, Wissenschaftsjournalist, Wissenschaftlicher Mitarbeiter Charité - Universitätsmedizin Berlin; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin;
  • Quellen: http://www.uni-duesseldorf.de/AWMF/ll/084-001.htm
  • http://www.rki.de/cln_160/nn_199850/DE/Content/GBE/Gesundheitsberichterstattung/GBEDownloadsT/harninkontinenz,templateId=raw,property=publicationFile.pdf/harninkontinenz.pdf
  • K.-P. Jünemann, H. Palmtag, C. Hampel et al. (2006) Harninkontinenz und Urodynamik. Urologe [Sonderheft] 45:106–121
  • http://www.springerlink.com/content/ur674007617r3747/fulltext.pdf
  • A. Wagg (2008) Recent advances in the treatment of urinary incontinence in older women Current Opinion in Urology 18:383–388
  • O. Kheyfets H. Kölbl (2007): Harninkontinenz der Frau. Formen, Ursachen, Diagnostik. IN: Der Gynäkologe, Bd 40 / Heft 9, 672 – 678
Suche nach Netzwerk- & Servicepartnern
Zertifizierung
  • afgis-Qualitätslogo mit Ablauf 2015/11: Mit einem Klick auf das Logo öffnet sich ein neues Bildschirmfenster mit Informationen über vitapublic GmbH und sein/ihr Internet-Angebot: www.vitanet.de
  • Logo der Health On the Net Stiftung. das Gesundheitsportal vitanet.de ist von der Health On the Net Stiftung (HON) akkrediert. Zur Prüfung klicken Sie hier.
  • Logo der Informationsgemeinschaft zur Feststellung der Verbreitung von Werbeträgern e.V. (IVW)
  • Logo der Arbeitsgemeinschaft Online Forschung e.v. (AGOF)