Haartransplantation – heute fast eine Routine-Operation

Wenn alle anderen Mittel nicht helfen oder der Haarverlust schon zu weit fortgeschritten ist, kommt bei Haarausfall eine Haartransplantation infrage. Bei dieser Operation verpflanzt der Arzt Haarfollikel aus noch behaarten Stellen der Kopfhaut auf die kahlen Stellen.

Voraussetzung für die Operation ist, dass der Haarausfall (Alopezie) dauerhaft ist und nicht mehr weiter fortschreitet. Nach dem Eingriff fallen die eingesetzten Haare erst einmal nach und nach aus. Etwa zwölf Wochen müssen sich die Patienten gedulden, bis aus den verpflanzten Haarfollikeln wieder neues Haar sprießt.

Das Ergebnis der Haartransplantation – zwischen Wunsch und Wirklichkeit

Im Zuge einer Haartransplantation kann immer nur eine bestimmte Anzahl an Haaren entnommen und verpflanzt werden. Zwischen den einzelnen Transplantaten müssen ein bis zweieinhalb Millimeter kleine, unbehandelte Hautbrücken bestehen bleiben. Um eine optisch dichte Behaarung wiederherzustellen, bedarf es daher meist mehrerer Eingriffe.

Wie viele Haare bei der Haartransplantation verpflanzt werden können, ist vom Krankheitsbild des Patienten abhängig. Entscheidend ist dabei, ob dem Arzt eine ausreichend große und dicht behaarte Spenderfläche zur Verfügung steht. Um ein langanhaltendes Ergebnis zu erzielen, darf der Arzt nur Haare von Stellen entnehmen, die auch künftig nicht vom Haarausfall betroffen sein werden.

Der Grund: Bei der Verpflanzung behalten die Haarfollikelihre Erbinformationen, das heißt auch die Information, ob das Haar bis ins hohe Alter erhalten bleibt. Meist werden die Implantate daher vom Hinterkopf entnommen. Dieses Gebiet bleibt gewöhnlich von Haarausfall verschont. Auch ist dort die Haardichte am größten.

Für den Betroffenen bedeutet dies: Sollen nur kleine Flächen, beispielsweise Geheimratsecken, verdichtet werden, sind bis zu vier Eingriffe möglich und das Resultat wird weitgehend dem natürlichen Haarwuchs entsprechen. Ein Patient mit Oberkopfglatze wird auch nach durchgeführter Haartransplantation auf volles Haar verzichten müssen. Bei ihm stehen dem Arzt einfach nicht genug Follikel für die Verpflanzung zur Verfügung.

Ist die Operation riskant?

Insgesamt ist die Haartransplantation ein eher risikoarmer Eingriff. Abhängig vom gewählten Verfahren entsteht eine mehr oder weniger große Wunde. Infektionen der Haut oder ein länger anhaltendes Taubheitsgefühl im Behandlungsgebiet können weitgehend vermieden werden. Eventuell entstehende Narben sind meist so gut wie unsichtbar und werden von den darüber liegenden Haarpartien verdeckt. Wichtig ist stets, die Operation nur von ausgebildeten Spezialisten vornehmen zu lassen. In Deutschland sind ausschließlich Chirurgen oder eigens ausgebildeten Ärzte zu diesem Eingriff befugt.

Kostenübernahme der Haartransplantation?

Da die Haartransplantation als Schönheitsoperation gilt, übernehmen in der Regel weder gesetzliche noch private Krankenkassen die Behandlungskosten.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 16.11.2012
  • Autor/in: Redaktion vitanet.de: Anja Dolski; Medizinredakteurin, vitapublic GmbH; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin
Suche nach Netzwerk- & Servicepartnern
Zertifizierung