Therapie bei Haarausfall: Immuntherapie

Die momentan wirksamste Therapie bei kreisrundem Haarausfall (Alopecia areata) ist die topische (äußerlich angewendete) Immuntherapie mit Diphencyprone (DCP) oder Quadratsäuredibutylester (SADBE).

Die Chemikalien werden als Tinktur auf die betroffenen Stellen der Kopfhaut aufgetragen. Die geeignete Dosierung bestimmt der Arzt dabei individuell für jeden Patienten. DCP und SADBE reizen die Haut, lösen eine Allergie aus (ein sogenanntes Kontaktekzem) und sensibilisieren so das Immunsystem.

Man vermutet, dass durch die hervorgerufene Entzündungsreaktion die Zellen des Immunsystems verdrängt werden und die Haarwurzeln wieder Haare bilden können. Die Therapie ist zeitaufwendig (ein Klinikbesuch pro Woche über viele Monate) und anstrengend. Die Kopfhaut juckt zwei Tage lang, sie wird rot und schuppt sich. Aber es lohnt sich: Bei knapp der Hälfte der Patienten wachsen die Haare nach der Immuntherapie wieder, selbst wenn die Kopfhaut jahrelang völlig kahl war.

Da die Substanzen DCP und SADBE in Deutschland nicht als Medikamente zugelassen sind, muss der Patient schriftlich in die Immuntherapie gegen Haarausfall einwilligen. Wegen der Nebenwirkungen sollten sie auch nur speziell geschulte Ärzte einsetzen. Für Kinder, Schwangere und Frauen mit Kinderwunsch ist die Behandlung nicht geeignet.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 18.09.2012
  • Autor/in: Beatrix Deiß, Medizinredakteurin; medizinische Qualitätskontrolle: Cornelia Sauter, Ärztin
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