Therapie bei Haarausfall: Die Form der Erkrankung ist entscheidend

Was hilft gegen Haarausfall? Nur ein Besuch beim Hautarzt. Er verordnet je nach Form der Alopeciaandrogenetisch, diffus, kreisrund oder vernarbend – die richtige Therapie. Die Behandlungsmöglichkeiten reichen von Haartinkturen und Shampoos über Tabletten bis zur sensibilisierenden Immuntherapie. Auch eine Haartransplantation kann helfen.

Verschiedene Haarwässerchen und angebliche Wunderpillen, die oft in Anzeigen angepriesen werden, sind dagegen nutzlos. „Keines dieser Mittel ändert etwas am Haarwachstumszyklus und kann deshalb den Haarausfall nicht stoppen“, sagt Prof. Dr. med. Ulrike Blume-Peytavi.

Therapie des androgenetischen Haarausfalls

Um den androgenetischen Haarausfall zu stoppen können die Wirkstoffe Minoxidil oder Alfatradiol als Lösung oder Haartinktur auf die Kopfhaut aufgetragen werden. Teilweise wachsen die Haare dann sogar wieder dichter. Bei Männern wird auch Finasterid eingesetzt. Es senkt den Dihydrotestosteron-Spiegel im Körper. Das Medikament darf jedoch bei Frauen keinesfalls angewandt werden. Bei ihnen können Hormonpräparate mit Gestagenen gegen androgenetische Alopecia helfen. Denn die weiblichen Geschlechtshormone sind Gegenspieler zu Dihydrotestosteron.

Therapie des diffusen Haarausfalls

Wird der diffuse Haarausfall durch Stress verursacht, kann es helfen, dem Körper viel Ruhe und Zeit zur Erholung zu gönnen. Sonst können – wie bei androgenetischer Alopecia – Medikamente mit Minoxidil oder Alfatradiol helfen. Die Wirkstoffe werden als Tinktur oder Lösung auf die Kopfhaut aufgetragen. Diffuse Alopezie kann durch Eisenmangel verursacht werden. Dann wirkt sich eine Therapie mit Eisenpräparaten positiv auf den Haarwuchs aus.

Therapie des kreisrunden Haarausfalls

Da der kreisrunde Haarausfall eine Autoimmunerkrankung ist, kann eine Immuntherapie mit Diphencyprone oder Quadratsäuredibutylester helfen. Diese Therapie ist wirksam, jedoch sehr zeitaufwendig und verursacht zeitweise Juckreiz, Rötungen und Reizungen auf der Kopfhaut. Bei Kindern, Schwangeren und Frauen mit Kinderwunsch darf sie nicht angewandt werden. Kortison kann gegen die Autoimmunerkrankung ebenfalls eingesetzt werden. Die Wirkung hält jedoch nicht so lange an. Zink wird meist kombiniert mit Kortison gegeben. Es stabilisiert das Immunsystem.

Therapie des vernarbenden Haarausfalls

Liegt die Ursache des vernarbenden Haarausfalls in Entzündungen der Haarfollikel, Abszessen oder anderen Infektionen der Kopfhaut, behandelt der Arzt in der Regel mit Antibiotika (in Tablettenform oder als Salbe). Gegen Autoimmunerkrankungen oder Entzündungen der Kopfhaut können Kortisonpräparate und Zink eingesetzt werden.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 24.03.2011
  • Autor/in: Redaktion vitanet.de: Christina Wiener, Kommunikationswissenschaftlerin M.A.; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin
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