Formen: Der diffuse Haarausfall

Der diffuse Haarausfall kommt bei Frauen häufiger vor als bei Männern und kann in jedem Alter auftreten. Bei dieser Form des Haarverlusts (Alopezie) fallen die Haare über die gesamte Fläche des Kopfes verteilt aus, also „diffus“. Das kann dazu führen, dass die Kopfhaut durch die lichte Haardecke hindurchscheint; die Krankheit kann aber auch ein Ausmaß annehmen, bei dem nur noch wenige, vereinzelt über den Kopf verteilte Haare erhalten bleiben.

Viele verschiedene Ursachen für diffusen Haarausfall

Die Ursache der diffusen Alopezie kann eine unzureichende Versorgung der Haarwurzel mit Nährstoffen wie Aminosäuren und B-Vitaminen sein. Mögliche Gründe dafür sind zum Beispiel Stress oder falsche Ernährung, die Mangelerscheinungen im Körper hervorrufen können. Auch schwere Infektionskrankheiten, Stoffwechselstörungen wie Diabetes mellitus, Lebererkrankungen oder Chemotherapie gehören zu den möglichen Verursachern des diffusen Haarausfalls.

Zudem führen häufig Veränderungen im Östrogenhaushalt – etwa der Wechsel auf eine andere Anti-Baby-Pille, eine Schwangerschaft oder eine Entbindung – zu dieser Form des Haarausfalls. Bestimmte Medikamente wie Mittel zur Therapie einer Schilddrüsenüberfunktion, Betablocker zur Behandlung von Bluthochdruck oder Herzschwäche, Lipidsenker gegen erhöhte Blutfette sowie schmerz- und entzündungslindernde Antirheumatika können ebenfalls diffusen Haarausfall verursachen.

Wenn die Ursachen des diffusen Haarausfalls behandelt werden, setzt in den meisten Fällen wieder das normale Haarwachstum ein. Denn die Haarfollikel bleiben bei dieser Form des Haarausfalls erhalten.

Auch Neugeborene bekommen diffusen Haarausfall

Manchmal sind auch Neugeborene von dieser Form des Haarausfalls betroffen. Man spricht dann von einer Säuglingsglatze (Alopecia neonatorum). Die Kinder verlieren ihre Haare binnen weniger Wochen, besonders schnell am Hinterkopf. Viele Mütter sind deshalb beunruhigt, jedoch besteht kein Grund zur Sorge: Auch bei Säuglingen wachsen die Haare nach dieser Phase wieder. Nach dem dritten Lebensmonat beginnt bei ihnen der normale Haarzyklus.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 18.09.2012
  • Autor/in: Redaktion vitanet.de: Daniela Frank, Medizinredakteurin; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin
  • Quellen: Faber, Sophie et al. (2007): Richtig selbst behandeln
  • Raab, Wolfgang (2012): Haarerkrankungen in der dermatologischen Praxis Netter, Frank (2009): Netter’s Dermatologie 2
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