Formen: Der androgenetische Haarausfall

Bei Männern tritt am häufigsten der sogenannte androgenetische Haarausfall (Alopecia androgenetica) auf. Öfter als allgemein angenommen, kommt er jedoch auch bei Frauen vor: Mehr als die Hälfte aller Frauen mit Alopezie leiden unter androgenetischem Haarausfall.

Beim Mann verlieren zunächst die Haare im Stirnbereich oder am Hinterkopf an Dichte, wobei der Haarverlust etwa zwischen dem 30. und 40. Lebensjahr beginnt. Die Haare im Bereich der Schläfen und im Nacken bleiben aber immer erhalten. Bei Frauen kommt es zu einer Ausdünnung der Haare am Oberkopf, ausgehend vom Scheitel.

Die Ursache liegt in den Genen

Die Ursache für den androgenetischen Haarausfall liegt bei beiden Geschlechtern in den Genen. Da die Vererbung des Haarausfalls polygen, das heißt über mehrere Gene, verläuft, kann nicht – wie oft behauptet – ein Elternteil allein dafür verantwortlich gemacht werden. Viele der Gene, die für den Haarausfall entscheidende Rezeptoren ausbilden, liegen auf dem X-Chromosom und werden somit bei Männern über die Mutter vererbt. Andere genetische Anlagen für Haarausfall können jedoch auch über den Vater kommen.

Was genau tun diese Gene? Sie sorgen entweder dafür, dass die Haarfollikel in den betroffenen Arealen am Kopf überempfindlich auf DHT (Dihydrotestosteron), ein Stoffwechselprodukt des männlichen Geschlechtshormons Testosteron, reagieren. Oder sie bilden verstärkt Rezeptoren für das DHT und erhöhen so dessen Wirkung. In beiden Fällen sind die Folgen gleich: Die Haarfollikel werden langsam kleiner und sterben ab: Es kommt zum androgenetischen Haarausfall.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 16.11.2012
  • Autor/in: Redaktion vitanet.de: Daniela Frank, Medizinredakteurin; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin
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