Therapie der gutartigen Prostatavergrößerung: Medikamente

Zur medikamentösen Therapie der gutartigen Prostatavergrößerung (Prostataadenom) stehen unterschiedliche Präparate zur Verfügung.

Alpha-1-Rezeptorenblocker

Zu den synthetischen Medikamenten gegen Prostatavergrößerung zählen die Alpha-1-Rezeptorenblocker. Sie verringern die Muskelspannung (Tonus) am Harnblasenauslass. Dadurch wird der Druck auf die Harnröhre vermindert und es ist ein besserer Harnfluss möglich. Alpha-1-Rezeptorenblocker sind nach Meinung von Experten wirksamer als pflanzliche Präparate.

Da diese Medikamente auch einen Effekt auf das Herz und den Blutdruck haben können, muss vor der Verschreibung abgeklärt werden, welche Medikamente Sie außerdem einnehmen und welche Vorerkrankungen bestehen. Mögliche Nebenwirkungen sind zum Beispiel niedriger Blutdruck, Schwindel und Kopfschmerzen.

5-Alpha-Reduktasehemmer

Diese Präparate führen zu einer Abnahme der Konzentration von (Dihydro-)Testosteron in der Prostata. Dadurch kommt es zu einer Verkleinerung einer deutlich vergrößerten Prostata. Die 5-Alpha-Reduktasehemmer werden auch in Kombination mit den Alpha-1-Rezeptorblockern eingesetzt.

Da das Medikament in den Testosteronhaushalt eingreift, können auch andere Organe und Organfunktionen beeinflusst werden. Beispielsweise können Libido (sexuelles Verlangen) und Potenz während der Behandlung nachlassen. Schwere Nebenwirkungen wie die Entwicklung eines Brustkrebses sind selten.

In der Regel wird eine medikamentöse Therapie nur dann eingesetzt, wenn es durch die gutartige Prostatavergrößerung (Prostataadenom) noch nicht zu Komplikationen – etwa wiederkehrenden wie wiederkehrenden Harnweginfekten oder sogenannten Harnverhalten – gekommen ist. Welche Art der medikamentösen Therapie für Sie die richtige ist, kann nur der Arzt anhand der Befunde entscheiden. Ihre Mitarbeit ist wichtig, damit er die Schwere der Symptome richtig einschätzen kann.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 03.07.2014
  • Autor/in: Dr. med. Anja Vogt, Ärztin Charité - Universitätsmedizin Berlin; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin
  • Quellen: I. Füsgen: Der ältere Patient, 3. Aufl., Urban & Fischer-Verlag 2000
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