Therapie der gutartigen Prostatavergrößerung

Nicht alle Männer mit gutartiger Prostatavergrößerung (Prostataadenom) haben Probleme beim Wasserlassen. Andererseits kann bereits eine geringe Vergrößerung schon zu Problemen führen. Deshalb richtet sich die Behandlung sowohl nach dem Beschwerdebild als auch nach den Untersuchungsergebnissen. Außerdem muss in die Therapieentscheidung auch die Beurteilung der Gesamtsituation, also des Gesundheitszustandes und des Leidensdrucks des Einzelnen einfließen.

Bei gering ausgeprägten Beschwerden kann in der Regel abgewartet werden, vorausgesetzt die Untersuchungen haben keinen Hinweis auf eine Nierenschädigung oder Bösartigkeit der Protastataveränderungen ergeben. Regelmäßige Kontrolluntersuchungen sind jedoch notwendig. So lässt sich sicherstellen, dass der Arzt eventuelle Veränderungen rechtzeitig erkennt und gegebenenfalls eine Therapie einleiten kann.
Wenden Sie sich an einen Arzt, wenn
  • Sie erste Probleme (Schmerzen, häufiger Harndrang, schwacher Harnstrahl, unvollständige Blasenentleerung) beim Wasserlassen feststellen
  • der Harn unkontrolliert abgeht
  • die Blase nicht entleert werden kann (Harnverhalt)
Zur Behandlung der Beschwerden bei einer gutartigen Prostatavergrößerung werden oft pflanzliche Mittel eingesetzt. Phytosterole – Pflanzenstoffe mit Hormonwirkung – beeinflussen das hormonelle Gleichgewicht der Prostata. Auch Extrakte aus Brennnessel, oder Sägepalmenfrüchten wirken ähnlich. Ihre Wirksamkeit ist allerdings nicht bewiesen.  

Medikamente wie Alpha-1-Rezeptorenblocker vermindern den Muskeltonus – also die Muskelspannung – am Harnblasenauslass und führen so zu einer Verbesserung der Beschwerden. Als Nebenwirkungen treten dabei oft Kopfschmerzen und Übelkeit auf. Als einzige Stoffklasse können die 5-alpha-Reduktasehemmer bewirken, dass sich die Prostatagröße reduziert, indem sie eine Umwandlung des Testosterons herbeiführen. Hierbei können Erektionsstörungen und Libidoverlust auftreten.  

Bleibt die medikamentöse Therapie ohne Effekt oder sind die Beschwerden sehr stark ausgeprägt, kann eine Operation notwendig werden.

Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten, Nebenwirkungen

Grundsätzlich kann es bei der gleichzeitigen Einnahme von mehreren Arzneimitteln zu Wechselwirkungen kommen. Bei bestimmten Krankheiten und gesundheitlichen Störungen dürfen manche Medikamente überhaupt nicht eingenommen werden (Gegenanzeigen). Das gilt auch für Naturheilmittel. Angaben zu den einzelnen Produkten finden Sie im Beipackzettel. Beachten Sie die Dosierungsanleitung der einzelnen Medikamente. Pflanzliche Mittel gegen Prostatabeschwerden können nur bei regelmäßiger Einnahme in ausreichend hoher Dosierung optimal wirken.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 03.07.2014
  • Autor/in: Dr. med. Anja Vogt, Ärztin Charité - Universitätsmedizin Berlin; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin
  • Quellen: I. Füsgen: Der ältere Patient, 3. Aufl., Urban & Fischer-Verlag 2000
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