Symptome der gutartigen Prostatavergrößerung: Oft wird der Harnstrahl schwach

Wenn die Prostata an Größe zunimmt, kann es zu einer fortschreitenden Einengung der Harnröhre mit Beschwerden beim Wasserlassen kommen. Der Schweregrad der Symptome hängt nicht immer mit dem Ausmaß der Vergrößerung zusammen.

Auch wenn die Prostata nur wenig vergrößert ist, kann es zum Beispiel durch Entzündungen und Schwellungen sowie durch Veränderungen des Bindegewebes zu Schmerzen und Störungen beim Wasserlassen kommen. Eine starke Vergrößerung kann aber auch ohne Beschwerden bestehen.

Die Symptome der gutartigen Prostatavergrößerung (Prostataadenom) werden entsprechend ihres Schweregrades in drei Stadien eingeteilt. Zu einem sogenannten Harnverhalt kann es in jedem Stadium kommen. Darunter versteht man die plötzliche Unfähigkeit, spontan Wasser zu lassen. Eine schmerzhafte Ausdehnung der Harnblase ist die Folge. Hier ist ein Arztbesuch dringend erforderlich. Er kann den Harn mittels Katheter ableiten.

Prostatavergrößerung Stadium 1 (Anfangsstadium):

  • schwacher Harnstrahl
  • häufiges Wasserlassen (Pollakisurie)
  • nächtliches Wasserlassen (Nykturie)
  • verzögerter Beginn des Wasserlassens
  • aktive Bauchpresse beim Wasserlassen (die Entleerung der Harnblase ist nur mit Einsatz der Bauchmuskulatur möglich)
  • plötzlicher starker Harndrang, auch mit unfreiwilligem Abgehen von Harn
  • Nachtropfen von Harn nach dem Wasserlassen
  • Harnverhalt (Harnsperre)

Prostatavergrößerung Stadium 2 (Fortgeschrittenes Stadium):

  • Symptome wie bei Stadium 1
  • Restharnbildung (ein Teil des Urins bleibt in der Harnblase zurück)
  • eventuell Harnblasensteinbildung (verbunden mit Schmerzen beim Wasserlassen)
  • eventuell Blutungen

Prostatavergrößerung Stadium 3 (Endstadium):

  • Symptome wie bei Stadium 1 und 2
  • Überlaufblase (tröpfchenweiser ständiger Urinabgang bei übervoller Harnblase)
  • Harnstauungsnieren (wenn der Urin nicht mehr abfließen kann, staut er sich bis in die Nieren zurück)
  • Nierenversagen
Die Übergänge zwischen den einzelnen Stadien sind fließend. Manchmal kommt es im Anfangsstadium zu einer vorübergehenden Rückbildung der Beschwerden.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 03.07.2014
  • Autor/in: Dr. med. Anja Vogt, Ärztin Charité - Universitätsmedizin Berlin; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin
  • Quellen: I. Füsgen: Der ältere Patient, 3. Aufl., Urban & Fischer-Verlag 2000
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