Komplikationen bei einer gutartigen Prostatavergrößerung

Es ist wichtig, eine gutartige Vergrößerung der Prostata früh zu erkennen.Sonst können schwerwiegende Probleme auftreten.

Wenn sich die Harnblase gegen den Widerstand der – durch die gutartige Prostatavergrößerung (Prostataadenom) – verengten Harnröhre entleeren muss, werden die Muskeln in der Blasenwand zunächst kräftiger. In diesem Stadium, das auch Reizstadium genannt wird, haben Betroffene in der Regel Beschwerden, wie Harnstrahlabschwächung, häufiges Wasserlassen und nächtliches Wasserlassen.

Mit der Zeit lässt die Muskulatur nach und die Harnblase kann sich nicht mehr vollständig entleeren. Dieses Stadium heißt Restharnstadium. Im Restharn können sich Bakterien vermehren und zu einer Harnblasenentzündung führen. Wenn die Bakterien sich ausbreiten, kann es außerdem zu Entzündungen der Prostata und der Nieren kommen.

Im letzten Stadium der Erkrankung, dem Dekompensationsstadium, kommt es zur Überlaufharnblase, die oft durch ein stetes Urintröpfeln auffällt. Auch eine Aufstauung der oberen Harnwege kann auftreten, was zu einer Niereninsuffizienz führen kann.

Bei einem sogenannten Harnverhalt besteht zwar starker Harndrang, die Entleerung der Harnblase ist aber nicht möglich. Der Harnverhalt ist ein Notfall, der vom Arzt mittels Harnblasenkatheter, der entweder über die Harnröhre oder über die Bauchdecke eingeführt wird, behandelt werden muss.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 18.02.2019
  • Autor/in: Dr. med. Anja Vogt, Ärztin Charité - Universitätsmedizin Berlin; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin
  • Quellen: I. Füsgen: Der ältere Patient, 3. Aufl., Urban & Fischer-Verlag
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