Komplikationen bei einer gutartigen Prostatavergrößerung

Es ist wichtig, eine gutartige Vergrößerung der Prostata früh zu erkennen, da anderenfalls schwerwiegende Probleme auftreten können.

Wenn sich die Harnblase gegen den Widerstand der durch die gutartige Prostatavergrößerung (Prostataadenom) verengten Harnröhre entleeren muss, werden die Muskeln in der Blasenwand zunächst kräftiger. In diesem Stadium, das auch Reizstadium genannt wird, stehen die Beschwerden – etwa die Harnstrahlabschwächung, das häufige Wasserlassen und das nächtliche Wasserlassen im Vordergrund.

Mit der Zeit gibt die Muskulatur aber nach und es kommt zum Restharnstadium, in dem die Harnblase nicht mehr vollständig entleert werden kann. Im Restharn können sich Bakterien vermehren und zu einer Harnblasenentzündung führen. Wenn die Bakterien sich ausbreiten, kann es außerdem zu Entzündungen der Prostata und der Nieren kommen.

Im letzten Stadium der Erkrankung, dem Dekompensationsstadium, kommt es zur Überlaufharnblase, die oft durch ein stetiges Urintröpfeln auffällt. Auch eine Aufstauung der oberen Harnwege kann auftreten, was zu einer Niereninsuffizienz führen kann.

Bei einem sogenannten Harnverhalt besteht zwar starker Harndrang, die Entleerung der Harnblase ist aber nicht möglich. Der Harnverhalt stellt einen Notfall dar, der vom Arzt mittels Harnblasenkatheter, der entweder über die Harnröhre oder über die Bauchdecke eingeführt wird, behandelt werden muss.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 03.07.2014
  • Autor/in: Dr. med. Anja Vogt, Ärztin Charité - Universitätsmedizin Berlin; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin
  • Quellen: I. Füsgen: Der ältere Patient, 3. Aufl., Urban & Fischer-Verlag 2000
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