Diagnostik der gutartigen Prostatavergrößerung: Harnstrahlmessung und weitere Untersuchungen

Der Urologe wird bei einem Prostataleiden spezielle Untersuchungen anordnen. Zu diesen zählen die:
  • Harnstrahlmessung (Uroflowmetrie)
    Bei dieser Untersuchung wird die Harnstrahlstärke gemessen. Dazu uriniert der Patient in ein spezielles Messgerät. Ein Computer misst den Ablauf, die Dauer der Harnentleerung sowie die entleerte Harnmenge. Auf diese Weise kann der Arzt die Stärke des Harnstrahls sowie die Harnstrahlkurve beurteilen und so Hinweise für eine Blasenentleerungsstörung oder den Erfolg einer Therapie erhalten.
  • Röntgenuntersuchung
    In einigen Fällen kann auch eine Röntgenuntersuchung mit Kontrastmittel zur Darstellung der Nieren, Harnleiter und Harnblase notwendig sein.
  • Harnblasenspiegelung (Zystoskopie)
    Bei manchen Fragestellungen ist gelegentlich auch eine Harnblasenspiegelung notwendig. Hierbei wird ein biegsamer Schlauch (Endoskop) über die mit einem Lokalanästhetikum betäubte Harnröhre in die Blase eingeführt. Über den Schlauch kann der Arzt die Harnröhre und Harnblase beurteilen. Auch ein eventuell vorhandener großer Mittellappen der Prostata kann dabei auffallen.
  • Prostatabiopsie
    Wenn Untersuchungsergebnisse auffällig sind (Tastbefund, Blutwerte) und deshalb der Verdacht auf Bösartigkeit besteht, kann eine Gewebeprobe (Biopsie) aus der Prostata entnommen werden. Oft geschieht dies unter Ultraschallkontrolle durch einen vom Enddarm aus geführten Schallkopf. Das Gewebe wird dann feingeweblich (histologisch) untersucht und bringt Klarheit über die Prostataveränderung.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 03.07.2014
  • Autor/in: Dr. med. Anja Vogt, Ärztin Charité - Universitätsmedizin Berlin; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin
  • Quellen: I. Füsgen: Der ältere Patient, 3. Aufl., Urban & Fischer-Verlag 2000
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