Gutartige Prostatavergrößerung: Diagnostik ist unbedingt notwendig

Die Wahrscheinlichkeit, eine gutartige Prostatavergrößerung (Prostataadenom) zu entwickeln, steigt mit dem Lebensalter. Die bösartige Veränderung der Prostata, das Prostatakarzinom, ist insgesamt deutlich seltener als das Prostataadenom und geht von den äußeren Drüsenläppchen aus.

Obwohl zwischen der gutartige Prostatavergrößerung und der bösartigen Prostataveränderung (Prostatakrebs) kein direkter Zusammenhang bekannt ist, muss immer eine Abklärung erfolgen, da beide Erkrankungen auch gleichzeitig auftreten können.

Das wichtigste Ziel der Diagnostik ist zu erfassen, wie ausgeprägt eine Vergrößerung ist, ob eine Operation notwendig und ob die Veränderung gut- oder bösartig ist.

Die Entscheidung für oder gegen eine eingreifende (invasive) Untersuchung ist abhängig vom individuellen Fall – so spielt zum Beispiel die Verfassung des Patienten eine Rolle. Invasiv ist jedes Diagnoseverfahren, bei dem der Arzt mit einem Instrument in den Körper des Patienten eindringt. Nicht-invasive Untersuchungen können meist unabhängig vom Alter vorgenommen werden.

Diagnoseverfahren

Beim Verdacht auf eine gutartige Prostatavergrößerung wird der Arzt zunächst eine Anamnese durchführen. Das heißt, er stellt allgemeine Fragen (zum Beispiel zur Medikamenteneinnahme oder zu Erkrankungen) und spezielle Fragen (zum Beispiel zu Problemen beim Wasserlassen oder Harnwegsinfekten). Der Internationale Prostatasymptomenscore (IPSS) enthält die wichtigsten Fragen zu den individuellen Beschwerden. Die Auswertung des Fragebogens lässt eine Einordnung der Beschwerdesymptomatik in drei Grade zu und kann eine Abwägung der Therapieoptionen erleichtern.

Da die Prostata durch den Enddarm gut zu tasten ist, wird der Arzt auch eine rektale Untersuchung vornehmen. Auch wenn diese Untersuchung unangenehm sein mag, sie ermöglicht eine unkomplizierte Beurteilung der Prostata.

Bei einer gutartigen Prostatavergrößerung ist es zudem sinnvoll, bestimmte Laborwerte zu ermitteln. Eine Urinuntersuchung gibt Aufschluss darüber, ob ein Harnwegsinfekt vorliegt. Auch die Nierenwerte und das prostata-spezifische Antigen (PSA) werden bestimmt. Die genaue Größe der Prostata kann anhand einer Ultraschalluntersuchung ermittelt werden. Dabei kann der Arzt auch erkennen, wie viel Urin nach dem Wasserlassen in der Harnblase zurückbleibt und ob Harnblasensteine vorhanden sind.

Weitere Untersuchungsmethoden, die bei einer gutartigen Prostatavergrößerung angewandt werden können, sind die Harnstrahlmessung, die Harnblasenspiegelung und die Prostatabiopsie.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 03.07.2014
  • Autor/in: Dr. med. Anja Vogt, Ärztin Charité - Universitätsmedizin Berlin; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin
  • Quellen: I. Füsgen: Der ältere Patient, 3. Aufl., Urban & Fischer-Verlag 2000
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