Gutartige Lebertumoren

Nicht jede Geschwulst in der Leber muss gleich Krebs sein. Es gibt auch Tumoren, die relativ harmlos und kein Grund zur Beunruhigung sind. Sie werden in den meisten Fällen nicht bösartig. Nur wenn sie an Größe zunehmen, können sie Beschwerden verursachen. Solche gutartigen Lebertumoren werden häufig durch Zufall entdeckt.

Leberhämangiom

Leberhämangiome sind angeborene Blutschwämmchen in der Leber. In den allermeisten Fällen sind diese gutartigen Lebertumoren harmlos, denn sie entarten nicht. Das heißt, aus einem Hämangiom entwickelt sich kein bösartiger Tumor. Sie befinden sich in der Nähe eines Blutgefäßes und sind auf einem Ultraschallbild als runde, weiße Geschwüre zu sehen. Eine Behandlung ist in den meisten Fällen nicht nötig.

Nur wenn sie einen Durchmesser haben, der größer als fünf Zentimeter ist, verursachen Hämangiome in der Leber Beschwerden. Dann kann es sinnvoll sein, sie operativ zu entfernen. In jedem Fall sollten sehr große Leberhämangiome jedoch jährlich mithilfe einer Ultraschalluntersuchung kontrolliert werden. Gleiches gilt auch, wenn gleich mehrere dieser gutartigen Lebertumoren vorhanden sind.

Bisher ist unklar, was Leberhämangiome verursacht. Da sie angeboren sind, könnte es sich um versprengtes embryonales Gewebe handeln. Aber auch Missbildungen von Gefäßen stehen in Verdacht, die Ursache für Hämangiome zu sein. Auch bei der Verbreitung der gutartigen Lebertumoren in der Bevölkerung können nur Schätzungen angestellt werden: Diese variieren zwischen 0,4 und 20 Prozent. Klar ist jedoch, dass Frauen häufiger betroffen sind als Männer.

Fokal-noduläre Hyperplasien (FNH)

Nach Hämangiomen sind fokal-noduläre Hyperplasien die zweithäufigsten gutartigen Lebertumoren. Auch sie entarten nicht, werden also nicht zu Krebs.

FNH sind meist einzelne Knoten, die einen Durchmesser von weniger als fünf Zentimetern haben. In der Regel verursachen sie keine Beschwerden und werden zufällig bei einer Ultraschalluntersuchung entdeckt. Nur bei großen fokal-nodulären Hyperplasien kann es zu Oberbauchschmerzen und einer leichten Erhöhung bestimmter Leberwerte kommen. Diese Form der gutartigen Lebertumoren tritt vor allem bei Frauen zwischen dem 20. und 50. Lebensjahr auf.

Leberadenome

Adenome in der Leber kommen sehr selten vor. Gehäuft treten diese gutartigen Lebertumoren jedoch bei jungen Frauen auf, die östrogenhaltige Präparate einnehmen. Bei ihnen sind Leberadenome auch größer und es kommt leichter zu Blutungen. Deshalb sollten östrogenhaltige Mittel abgesetzt werden, wenn ein Adenom gefunden wurde. Meist wird es dann wieder kleiner.

In der Regel verursachen Adenome keine Beschwerden und werden nur zufällig entdeckt. Teilweise lassen sich leichte Veränderungen der Leberwerte feststellen.

Anders als Hämangiome und fokal-noduläre Hyperplasien können Adenome zu Leberzellkrebs entarten. Deshalb ist es sinnvoll, sie – wenn möglich – operativ entfernen zu lassen. Ist eine Entfernung nicht möglich, sollten Adenome in kurzen Zeitabständen mithilfe von Ultraschalluntersuchungen kontrolliert werden.

Einzelne Leberzysten

Einzelne Leberzysten sind harmlos. Bei dieser Form der gutartigen Lebertumoren handelt es sich um Hohlräume im Lebergewebe, die mit Flüssigkeit gefüllt sind. Häufig werden sie zufällig während einer Ultraschalluntersuchung entdeckt.

Wenn der Durchmesser der Leberzysten zehn Zentimeter überschreitet, können Beschwerden auftreten. Es kommt meist zu Gelbsucht, Übelkeit oder Druckgefühlen im rechten Oberbauch. Ursache für die meisten Leberzysten sind Fehlentwicklungen in bestimmten Geweben, die noch im Mutterleib stattfinden.
Info
Es gibt jedoch auch Leberzysten, die gefährlich werden können. Sie entstehen, wenn der Betroffene mit dem Hunde- oder Fuchsbandwurm infiziert ist. Man nennt diese Infektion Echinokokkose. Die entstehenden Leberzysten können unbehandelt sogar zum Tod führen.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 27.01.2017
  • Autor/in: Redaktion vitanet.de: Beatrix Deiss, Medizinredakteurin; Christina Wiener, Medizinredakteurin
  • Quellen: Universitätsklinikum Erlangen: Gutartige Lebertumore: http://www.medizin1.uk-erlangen.de/e68/e131/e1196/e1051/index_ger.html
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