Gutartige Hauttumoren: Leberflecke (Pigmentnävi)

Die dunklen Hautveränderungen, die wir umgangssprachlich als Leberflecke kennen, gehören zur großen Gruppe der Nävi – der Muttermale. Allgemein versteht man unter den Begriffen Muttermal oder Leberfleck vor allem die sogenannten Pigmentnävi.

Leberflecke © iStock
Die Pigmentnävi sind gutartige Hautveränderungen, in denen die Melanin-produzierenden Zellen vermehrt vorkommen. Diese bilden dunkle Farbpigmente. Es entstehen die typischen scharf begrenzten, hell- bis dunkelbraunen Flecken. Sie können erhaben oder flach sein, angeboren oder erst im Laufe des Lebens entstehen und an jeder Stelle des Körpers auftreten. Oft befinden sich Leberflecke oder Muttermale im Gesicht, den Armen oder am Hals – Bereichen, die häufig der Sonne ausgesetzt sind. Ebenfalls zu den Pigmentmalen zählen Sommersprossen (Epheliden), die seit der Kindheit bestehenden Lentigenes simplex (die klassischen „Leberflecke“, die flache, dunkelbraune Hautveränderungen sind), die Lentigenes solaris (Altersflecken) und die Café-au-lait-Flecken (milchkaffeefarbene, flache Hautveränderungen).

Gutartiger Leberfleck kann sich in Hautkrebs verwandeln

Leberflecke oder Muttermale sind in den meisten Fällen gutartig – können sich aber in Hautkrebs verwandeln. Ihr normalerweise regelmäßiges Aussehen wird dann unregelmäßig: Sie sind nicht mehr scharf begrenzt, nicht einheitlich gefärbt, asymmetrisch, meist überdurchschnittlich groß und wachsen schnell. Bei neu entstandenen Hautveränderungen sollte daher immer ein Hautarzt zurate gezogen werden. Dieser inspiziert alle Pigmentveränderungen entweder mit bloßen Auge oder dem Dermatoskop – einem Auflichtmikroskop, mit dem er die Oberflächenbeschaffenheit der Pigmentmale deutlich sehen kann.

Gutartige Leberflecke müssen meist nicht entfernt werden

Vor allem Menschen mit hellem Hauttyp haben oft eine größere Zahl dieser Hautveränderungen. Solange kein Verdacht auf eine bösartige Veränderung besteht, müssen Leberflecke nicht behandelt werden. Ausnahme: Die Pigmentmale befinden sich an ungünstigen Stellen, die ständig gereizt werden und sie eventuell zum Bluten bringen. Beeinträchtigen sie die Betroffenen ästhetisch, können sie aus kosmetischen Gründen entfernt werden.

Für Menschen mit einer großen Anzahl von Pigmentmalen empfiehlt es sich, das Hautkrebsscreening in Anspruch zu nehmen, das ab dem 35. Lebensjahr von den Krankenkassen übernommen wird.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 20.03.2018
  • Autor/in: Redaktion vitanet.de: Christian Grundmann, Dipl.-Biol., Medizinredakteur; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin; medizinische Qualitätssicherung: Saskia Thérèse Schirmer, Ärztin
  • Quellen: Ingrid Moll: Duale Reihe Dermatologie, 6. Auflage. Georg Thieme Verlag, Stuttgart.
  • Sonja Karl, Harald Bruckbauer: Dermatologie pocket, 2. Auflage. Börm Bruckmeier Verlag, Grünwald.
  • Altmeyers Enzyklopädie – Facharztportal für Dermatologie: https://www.enzyklopaedie-dermatologie.de/dermatologie/naevus-2619 (abgerufen am 27.10.2017)
  • Altmeyers Enzyklopädie – Facharztportal für Dermatologie: https://www.enzyklopaedie-dermatologie.de/dermatologie/naevus-melanozytarer-ubersicht-2660 (abgerufen am 27.10.2017)
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