Gutartige Hauttumoren: Hämangiome

Im Volksmund werden Hämangiome auch als Erdbeerfleck oder Blutschwämmchen bezeichnet. Ähnlich wie Feuermale sind Hämangiome gutartige Neubildungen von Blutgefäßen der Haut. Sie sind häufig angeboren und treten vor allem im Säuglings- und Kleinkindalter auf.

Hämangiom Hämangiom mit maulbeerartiger Oberfläche © Public DomainEin Hämangiom mit der typischen maulbeerartigen Oberflächenstruktur.
Bis zum ersten Lebensjahr können sie noch deutlich an Größe zunehmen, um sich danach wieder von selbst zurückzubilden. Dieser Prozess kann sich über mehrere Jahre erstrecken. Hämangiome befinden sich meistens am Kopf oder Hals. Ihre Oberfläche ähnelt der einer Maulbeere, sie sind rötlich gefärbt und erhaben.

Hämangiome beeinträchtigen die Gesundheit meist nicht

Ein Hämangiom ist eine gutartige Neubildung und entartet in der Regel nicht. Manchmal kann es den Betroffenen dennoch beeinträchtigen: Dann, wenn es aufgrund seines raschen Wachstums und der damit verbundenen Größe für Bewegungseinschränkungen sorgt. Störend können auch – vor allem bei Säuglingen – Hämangiome sein, die auf den Lippen auftreten. Sie können Saugstörungen verursachen. Hämangiome auf der Nase können bei Säuglingen zu Problemen mit der Atmung führen. Da der Rückbildungsprozess langwierig und oft erst in der Pubertät abgeschlossen ist, können die Hautveränderungen auch ästhetische Probleme verursachen.

Hämangiome können sich nicht nur auf der Haut bilden, sondern auch an anderen Stellen des Körpers, beispielsweise in der Augenhöhle oder der Wirbelsäule. Finden sich viele dieser Blutschwämmchen auf der Haut oder an den Organen eines Betroffenen, könnte dies auch auf andere Erkrankungen hinweisen, wie beispielsweise das Kasabach-Merritt-Syndrom. Dabei handelt es sich um eine seltene Gerinnungsstörung, die mit einem Mangel an Blutplättchen einhergeht.

Therapie von Hämangiomen

Da sich Hämangiome vor allem bei Kindern in vielen Fällen von selbst zurückbilden und oft keine Beschwerden verursachen, ist eine Therapie meist nicht notwendig. Verursachen die Hautveränderungen allerdings Beschwerden, lässt der Beta-Blocker Propranolol die Hämangiome schrumpfen. Auch eine Laser- oder Kältebehandlung ist möglich, wobei die Kältebehandlung (Kryochirurgie) nach dem ersten Lebensjahr nicht meist nicht mehr angewendet wird. Chirurgisch werden Hämangiome sehr selten und nur im Ausnahmefall entfernt.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 20.03.2018
  • Autor/in: Redaktion vitanet.de: Christian Grundmann, Dipl.-Biol., Medizinredakteur; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin.
  • Quellen: Ingrid Moll: Duale Reihe Dermatologie, 6. Auflage. Georg Thieme Verlag, Stuttgart.
  • Sonja Karl, Harald Bruckbauer: Dermatologie pocket, 2. Auflage. Börm Bruckmeier Verlag, Grünwald.
  • Altmeyers Enzyklopädie – Facharztportal für Dermatologie: https://www.enzyklopaedie-dermatologie.de/dermatologie/gefasstumoren-kutane-ubersicht-14220 (abgerufen am 25.10.2017)
  • Altmeyers Enzyklopädie – Facharztportal für Dermatologie: https://www.enzyklopaedie-dermatologie.de/dermatologie/hamangiom-des-sauglings-ubersicht-1619 (abgerufen am 25.10.2017)
  • Léauté—Labrèze C et al. (2015) A randomized, controlled trial of oral propanolol in infantile hemangioma. N Engl J Med 372(8):735-46. (abgerufen am 25.10.2017)
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