Fibrome – gutartige Bindegewebstumoren

Fibrome sind hervortretende, gutartige, hautfarbene Neubildungen von Bindegewebe. Meistens entstehen sie im Hals- und Kopfbereich oder in der Achsel- und Leistenregion. Sie können sich ebenfalls auf Schleimhäuten wie beispielsweise der Mundschleimhaut bilden. Unterschieden wird dabei in weiche und harte Fibrome.

Weiche Fibrome – oft erstmals in der Pupertät

Weiches Fibrom Augenlid © wikimedia commonsWeiches Fibrom am Augenlid
Weiche Fibrome, Fibroma molle, sind meist gestielte Hautausstülpungen, die in vielen Fällen erstmals während der Pubertät auftreten. Männer und Frauen sind gleichermaßen betroffen. Die gutartigen, hautfarbenen Geschwulste werden im Volksmund auch als Stielwarzen bezeichnet. Sehr häufig kommen sie etwa ab dem 40. Lebensjahr bei übergewichtigen Patienten vor.

Treten sehr viele dieser gestielten Fibrome gepaart mit den sogenannten Café-au-lait-Flecken (hellbraunen, flächigen Pigmentveränderungen der Haut) auf, kann eine Neurofibromatose die Ursache sein. Hier sind schon in der Kindheit Hautveränderungen vorhanden. Die mitunter massiv auftretenden Fibrome gehen von den Nervenfasern aus und lassen sich in die Unterhaut eindrücken. Bei der Neurofibromatose handelt es sich um eine erbliche Erkrankung, die sich mit Symptomen an der Haut, im zentralen Nervensystem und an den Augen äußert.

Harte Fibrome – oft nach lokalen Reizungen

Harte Fibrome, Fibroma durum, sind derbe Knoten, die sich in der Haut befinden und etwas dunkler sein können als das umliegende Gewebe. Oft entstehen sie nach lokalen Reizungen wie beispielsweise Insektenstichen und reagieren mitunter schmerzhaft auf Druck. Um sie von Leberflecken zu unterscheiden, kann man das sogenannte Dimple-Phänomen – auch als Fitzpatrick-Zeichen bekannt – prüfen: Dabei schiebt man die umgebende Haut links und rechts von der Hautveränderung zur Mitte hin zusammen. Sinkt die Hautveränderung dabei ein und es entsteht eine zusammengesunkene Delle in der Haut, handelt es sich um ein Fibrom.

Fibrome der Mundschleimhaut werden auch als Reizfibrome bezeichnet, weil sie vor allem dann entstehen, wenn bestimmte Stellen infolge mechanischer Belastung gereizt sind. Infrage kommen dafür beispielsweise das Reiben von Zahnkronen oder chronische Entzündungen. Fibrome können auch an anderen Stellen des Körpers auftreten: zum Beispiel an Knochen oder im Nasen-Rachen-Raum.

Fibrome: meist keine Therapie notwendig

Im Normalfall stellen Fibrome ihr Wachstum ab einer bestimmten Größe ein und bleiben dann unverändert. Eine Therapie dieser gutartigen Hautveränderung ist somit nicht unbedingt notwendig. Meist werden sie entfernt, wenn eine ästhetische Beeinträchtigungen besteht oder die Fibrome an ungünstigen Stellen ständig gereizt werden – beispielsweise beim Ankleiden oder Rasieren. Sie können unter örtlicher Betäubung entfernt werden.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 26.03.2018
  • Autor/in: vitanet.de; Anja Dolski; medizinische Qualitätssicherung: Saskia Thérèse Schirmer, Ärztin
  • Quellen: Altmeyers Enzyklopädie – Facharztportal für Dermatologie: https://www.enzyklopaedie-dermatologie.de/dermatologie/fibrom-1352 (abgerufen am 27.10.2017)
  • Altmeyers Enzyklopädie – Facharztportal für Dermatologie: https://www.enzyklopaedie-dermatologie.de/dermatologie/fibroma-molle-skin-tags-1356 (abgerufen am 27.10.2017)
  • Amboss Miamed – Fachwissen für Mediziner: Gutartige Tumoren der Haut, abgerufen am 27.10.2017, URL: https://amboss.miamed.de/wissen/Gutartige_Tumoren_der_Haut
  • Amboss Miamed – Fachwissen für Mediziner: Neurokutane Syndrome, abgerufen am 27.10.2017, URL: https://amboss.miamed.de/wissen/neurokutane_syndrome
  • Ingrid Moll: Duale Reihe Dermatologie, 6. Auflage. Georg Thieme Verlag, Stuttgart.
  • Sonja Karl, Harald Bruckbauer: Dermatologie pocket, 2. Auflage. Börm Bruckmeier Verlag, Grünwald.
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