Gutartige Hauttumoren: Feuermal (Naevus flammeus)

Feuermale (Naevus flammeus) sind harmlose Erweiterungen kleiner Blutgefäße nahe der Hautoberfläche. Das durch die Haut scheinende Blut verursacht die charakteristische Rotfärbung der Flecken. Feuermale sind angeboren oder entwickeln sich im frühesten Kindesalter.

Feuermal © wikimedia commonsFeuermal am Bein eines Kindes
Das Erscheinungsbild der Feuermale kann sehr unterschiedlich sein: Von klein- bis großflächig können sie in allen Körperregionen auftreten. In den ersten Lebensjahren sind sie blassrötlich bis hellrot gefärbt. Im Laufe des Lebens nehmen sie eine sattrote bis bläulich-rote Färbung an. Sie sind nur selten erhaben. Allerdings können sich nach und nach kleine Knötchen bilden.

Feuermal oder Storchenbiss?

Oftmals treten direkt nach der Geburt sogenannte „Storchenbisse“ bei Säuglingen auf: Hautveränderungen, die sich am Kopf und dabei vor allem in der Nackenregion des Neugeborenen befinden. Zwar handelt es sich dabei ebenfalls um Erweiterungen kleiner Blutgefäße – es sind jedoch keine Feuermale. Storchenbisse verblassen innerhalb der ersten drei Lebensjahre. Fachsprachlich heißen sie Naevus unna.

Das Feuermal als Hinweis auf andere Erkrankungen

Ein Feuermal bildet sich nicht zurück, sondern wird in seiner Färbung intensiver. Dennoch ist das umgangssprachlich auch „Portweinfleck“ genannte Mal in der Regel harmlos. In einigen Fällen kann ein Feuermal jedoch mit anderen Erkrankungen, den sogenannten neurokutanen Syndromen, einhergehen. Diese Krankheitsbilder betreffen die Haut und das Nervensystem und sind meistens genetisch bedingt. Ein Beispiel ist das Sturge-Weber-Syndrom, bei dem sich gutartige Gefäßtumoren bilden. Auch die Augen und das Gehirn können betroffen sein. Hier befindet sich ein Feuermal einseitig im Gesichtsbereich, einschließlich des Augenlids. Diese Syndrome sind selten, aber dennoch empfiehlt es sich, die Diagnose von einem Arzt ausschließen zu lassen.

Kein Feuermal verschwindet von selbst

Da Feuermale im höheren Lebensalter nicht verblassen, sondern nachdunkeln, können sie für die Betroffenen zur Belastung werden. Vor allem, wenn es sich um ausgedehnte Bereiche im Gesicht oder an den Armen handelt. Das Überdecken der störenden roten Hautveränderung ist dann nicht nur zeitlich sehr aufwendig, sondern bringt auch kein zufriedenstellendes Ergebnis. Durch Laserbehandlungen können die Blutgefäße des Feuermals verengt werden. Diese Therapie kann sich jedoch über Jahre und viele Sitzungen hinziehen.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 20.03.2018
  • Autor/in: Redaktion vitanet.de: Christian Grundmann, Dipl.-Biol., Medizinredakteur; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin; medizinische Qualitätssicherung: Saskia Thérèse Schirmer, Ärztin
  • Quellen: Ingrid Moll: Duale Reihe Dermatologie, 6. Auflage. Georg Thieme Verlag, Stuttgart.
  • Sonja Karl, Harald Bruckbauer: Dermatologie pocket, 2. Auflage. Börm Bruckmeier Verlag, Grünwald.
  • Altmeyers Enzyklopädie – Facharztportal für Dermatologie: URL: https://www.enzyklopaedie-dermatologie.de/gefaessmedizin/naevus-flammeus-ubersicht-2634 (abgerufen am 25.10.2017)
  • Amboss Miamed – Fachwissen für Mediziner: Sammelsurium der Dermatologie, abgerufen am 25.10.2017, URL: https://amboss.miamed.de/wissen/sammelsurium_der_dermatologie
  • Amboss Miamed – Fachwissen für Mediziner: Neurokutane Syndrome, abgerufen am 25.10.2017, URL: https://amboss.miamed.de/wissen/neurokutane_syndrome
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