Eine Impfung kann der Gürtelrose vorbeugen

Die Standardimpfung gegen Gürtelrose beugt zuverlässig vor und wird Menschen ab 60 Jahren empfohlen.

Es ist noch nicht genau bekannt, welche Vorgänge im Körper zur Reaktivierung des Varizella-Zoster-Virus führen. Immunologische Faktoren spielen aber eine zentrale Rolle, wie die hohe Erkrankungsrate bei Patienten mit gestörter Immunabwehr zeigt. Die Medizin geht davon aus, dass bestimmte Immunzellen – T-Lymphozyten oder T-Zellen – die Viren in Schach halten und eine Reaktivierung verhindern. Von dieser T-Zell-vermittelten Immunität gegen das Varizella-Zoster-Virus hängt es unter anderem ab, ob es zu einer Gürtelrose (Herpes zoster) kommt und wie schwer sie verläuft.
Mit steigendem Alter nimmt die T-Zell-vermittelte Immunität gegen das Varizella-Zoster-Virus ab – und damit steigt nicht nur das Risiko an sich, an Gürtelrose zu erkranken, sondern auch das Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf.

Menschen mit intaktem Immunsystem erkranken – wenn überhaupt – in der Regel nur einmal in ihrem Leben an der Gürtelrose. Wahrscheinlich führt die Krankheit zu einer Stärkung der zellvermittelten Immunität. Die Mediziner sprechen von einer „Boosterung“. Sie schützt vor einer erneuten Gürtelrose. Auch der Kontakt mit dem Varizella-Zoster-Virus scheint boosternd zu wirken: Menschen, die beruflich mit dem Virus in Berührung gekommen sind, erkranken seltener an Gürtelrose.

Standardimpfung mit Totimpfstoff

Gegen Gürtelrose sind zwei Impfstoffe zugelassen, ein Lebend- und ein Totimpfstoff. Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die Impfung mit dem Totimpfstoff und seit Mai 2019 ist sie Pflichtleistung der Gesetzlichen Krankenkassen. Empfohlen wird sie Menschen ab 60 Jahren und bei bestimmten bereits bestehenden Erkrankungen, unter anderen Diabetes mellitus, rheumatoide Arthritis, COPD oder Asthma bronchiale, bereits ab 50 Jahren. Verabreicht wird die Impfung intramuskulär in zwei Dosen im Abstand von zwei bis sechs Monaten.

Impfung mit Lebendviren

Die Impfung mit hochdosierten, abgeschwächten (attenuierten) Lebendviren soll die Immunität verstärken und so vor einer Erkrankung schützen. Dosisfindungsstudien zeigten, dass eine 14-fach höhere Virendosis als bei der Windpocken-Impfung nötig ist, um eine effektive Immunantwort zu bewirken und damit die Reaktivierung des Virus zu verhindern.

Der Impfstoff kann das Risiko für eine Gürtelrose um die Hälfte senken und außerdem die Schwere der Krankheit mindern, falls sie doch ausbrechen sollte. Das Risiko für eine postzosterische Neuralgie sinkt ebenfalls um mehr als die Hälfte. Derzeit ist der Impfstoff jedoch nur für Menschen ab 50 Jahren zugelassen und verfügbar. Gegen Gürtelrose empfielt die STIKO allerdings die Impfung mit dem Totimpfstoff.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 15.05.2019
  • Autor/in: Redaktion vitanet.de: Beatrix Deiss, Medizinredakteurin; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin
  • Quellen: Robert Koch-Institut: Windpicken, Herpes zoster (Gürtelrose), RKI- Ratgeber für Ärzte (http://www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Merkblaetter/Ratgeber_Varizellen.html#doc2374554bodyText12)
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