Therapie bei Gürtelrose: Virustatika gegen die Erreger

Viren vermehren sich, indem sie ihre Erbinformationen in die DNS von Körperzellen einbauen. Die Zellen werden dazu umprogrammiert, selbst Viren herzustellen. Sogenannte Virustatika hemmen die Vermehrung des Virus. Im Körper werden sie durch Enzyme in energiereichere Verbindungen umgewandelt und in das Erbmaterial der Viren eingebaut, sodass diese sich nicht weiter vermehren können. Der Effekt: Es entstehen weniger neue Viren.

Die Virustatika verhindern nicht nur, dass weitere Bläschen auftreten, sondern führen auch zur Linderung der Schmerzen. Denn die Viren zerstören Nervenzellen, was akute Schmerzen hervorruft und später auch chronische Schmerzen verursachen kann. Daher ist ein frühzeitiger Einsatz von Virustatika wichtig, um die Schmerzen zu stoppen. Zudem kann eine frühe Einnahme die Dauer und Schwere der Erkrankung sowie das Risiko für Komplikationen erheblich reduzieren.

Aciclovir, Valaciclovir, Famciclovir und Brivudin

Es gibt verschiedene Präparate, die in unterschiedlichen Anwendungsformen und Dosierungen eingesetzt werden können. Alle sind in der Regel gut verträglich, es kann aber zu Nebenwirkungen wie Magen-Darm-Problemen, Bauchschmerzen oder Hautausschlägen kommen. Für Schwangere und Stillende sind diese Mittel nicht geeignet und sollten nur in Ausnahmefällen gegeben werden. Zur Auswahl stehen die Virustatika Aciclovir, Valaciclovir, Famciclovir und Brivudin. Sie gehören zur Klasse der Klasse der Nukleosidanaloga – sie hemmen die Bildung der Viren-DNS und stoppen so deren Vermehrung.
  • Aciclovir ist das klassische Präparat, das allerdings als Tablette fünfmal am Tag genommen werden muss. Gerade für ältere Menschen kann das ein Problem sein. Aciclovir kann auch intravenös gegeben werden, was bei schweren Krankheitsverläufen wie Zoster im Kopfbereich sowie bei Patienten mit Immunschwäche oder Krebs nötig sein kann.
  • Eine Weiterentwicklung von Aciclovir ist Valaciclovir, das dreimal am Tag oral eingenommen eine vergleichbare Wirkung hat wie intravenöses Aciclovir.
  • Vergleichbar ist auch das Famciclovir, das ebenfalls dreimal täglich oral eingenommen werden muss.
  • Ein weiteres Präparat zur antiviralen Therapie ist Brivudin. Es wirkt am stärksten von allen Präparaten und muss daher nur einmal am Tag als Tablette genommen werden.
Eine Studie hat außerdem gezeigt, dass die Schmerzen, die eine Gürtelrose mit sich bringt, mit Brivudin, Famciclovir und Valaciclovir besser zu bekämpfen sind als mit Aciclovir. Brivudin und Famciclovir können anscheinend außerdem eine postzosterische Neuralgie besser verhindern als Aciclovir.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 08.12.2016
  • Autor/in: Redaktion vitanet.de: Beatrix Deiss, Medizinredakteurin; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin
  • Quellen: Paus, Ralf/Burgdorf, Walter/Sterry, Wolfram (2010): Checkliste Dermatologie: Venerologie, Allergologie, Phlebologie, Andrologie
  • Moll, Ingrid (2010): Dermatologie
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