Komplikationen bei Gürtelrose

Die Gürtelrose (Herpes zoster) ist wegen ihrer häufigen und teilweise schweren und langwierigen Komplikationen gefürchtet, die die Lebensqualität stark beeinträchtigen können. Typischerweise befällt die Gürtelrose den Rumpf und den Nacken.

Wenn aber die Viren in den Hirnnervenganglien überdauert haben, ist auch eine Beteiligung des Kopfes möglich. Wenn Hautbereiche am Kopf betroffen sind, drohen im schlimmsten Fall Erblindung und Taubheit. Außerdem kann das Virus auf das zentrale Nervensystem übergreifen und zu einer Entzündung von Hirnhaut, Gehirn oder Rückenmark führen.

Während diese schweren Verläufe normalerweise eher selten sind, ist das Risiko für Komplikationen bei Menschen mit geschwächtem oder unterdrücktem Immunsystem erhöht. Bei ihnen kann die Gürtelrose auch den gesamten Körper (Zoster generalisatus) oder innere Organe befallen. Daher ist ein Arztbesuch bei Gürtelrose unbedingt notwendig – und bei einem Befall am Kopf erst recht.

Beteiligung des Auges

Befallen die Viren den ersten Ast des Trigeminus-Nervs im Gesicht, ist auch das Auge betroffen (Zoster ophthalmicus). Dann können sich Bläschen auf Bindehaut, Regenbogenhaut und Hornhaut bilden. Symptome einer Augenbeteiligung sind, neben den Gürtelrose-typischen Schmerzen, ein Fremdkörpergefühl im Auge, erhöhte Lichtempfindlichkeit und manchmal Sehstörungen. Kommt es zu einer Vernarbung der Hornhaut, kann das in schweren Fällen zur Erblindung führen.

Beteiligung des Gehörgangs

Der Zoster oticus bezeichnet eine Gürtelrose des Gehörgangs. Es besteht die Gefahr von nachfolgender Schwerhörigkeit, von Tinnitus und Taubheit. Auch Gleichgewichtsstörungen und Schwindelgefühle sind möglich. Da der betroffene Nerv auch Teile des Gesichts versorgt, kann eine Lähmung von Gesichtsmuskeln auftreten; auch der Geschmackssinn kann verloren gehen. Diese Erscheinungen bilden sich zwar meist wieder zurück, sie können in seltenen Fällen aber auch bestehen bleiben.

Beteiligung des Nervensystems

Gürtelrose kann auch zu Entzündungen der Hirnhaut (Meningitis), des Hirngewebes (Enzephalitis) und des Rückenmarks (Myelitis) führen. Diese Komplikationen sind aber selten und treten meist nur dann auf, wenn das Immunsystem durch andere Erkrankungen ohnehin schon geschwächt ist. Eine mögliche, aber seltene Folge der Nervenbeteiligung ist das Guillain-Barré-Syndrom: Von den Beinen bis zum Rumpf steigt eine Muskelschwäche auf, die zur vorübergehenden vollständigen Lähmung des Körpers führen kann.

Bei immunsupprimierten Patienten kann es auch zum sogenannten Zoster generalisatus oder disseminatus kommen. Die Viren streuen ins Blut und befallen das gesamte Nervensystem und auch die inneren Organe. Die Organschäden können lebensbedrohlich sein. Beim Zoster generalisatus sind die Bläschen nicht auf einzelne Dermatome beschränkt, sondern erscheinen am ganzen Körper. Sie sind daher schwer von den Windpocken abzugrenzen.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 23.05.2013
  • Autor/in: Redaktion vitanet.de: Beatrix Deiss, Medizinredakteurin; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin
  • Quellen: Paus, Ralf/Burgdorf, Walter/Sterry, Wolfram (2010): Checkliste Dermatologie: Venerologie, Allergologie, Phlebologie, Andrologie
  • Moll, Ingrid (2010): Dermatologie
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