Diagnose bei Gürtelrose: Meist reicht bereits ein Blick

In der Regel reichen für den Arzt die Krankengeschichte und der charakteristische, meist halbseitige und deutlich begrenzte Hautauschlag aus, um die Diagnose Gürtelrose (Herpes zoster) zu stellen.

Laboruntersuchungen

Wenn der Patient allerdings wegen der starken Schmerzen zum Arzt geht, noch bevor der Hautausschlag sichtbar ist, kann es auch zu Fehldiagnosen kommen. Nach dem Auftreten der Bläschen ist die Diagnose aber meist klar.

Sind die Symptome weniger eindeutig, kann auch eine zusätzliche Laboruntersuchung notwendig sein. Dann macht der Arzt einen Abstrich der Bläschenflüssigkeit, um das Virus nachzuweisen und die Erkrankung gegen eine Herpes simplex-Infektion abzugrenzen. Auch eine Blutuntersuchung kann bei der eindeutigen Diagnose des Virustyps helfen, da im Blut Antikörper gegen das Virus vorhanden sind.

Treten Symptome wie Bewusstseinsstörungen oder Lähmungen auf, kann das auf einen Befall von Gehirn oder Rückenmark hinweisen. In diesem Fall ist es notwendig, die Rückenmarksflüssigkeit – den Liquor – zu untersuchen.

Bei einer Infektion mit Varizella-Zoster-Viren von Schwangeren und Neugeborenen und bei untypischen Krankheitszeichen von immungeschwächten Patienten ist eine Labordiagnostik immer angezeigt.

Suche nach möglichen Grunderkrankungen

Da eine Gürtelrose oft ein Hinweis auf ein geschwächtes Immunsystem ist, untersucht der Arzt den Patienten außerdem auf eine mögliche Grunderkrankung. Gürtelrose gilt beispielsweise als frühes Warnzeichen für eine HIV-Infektion. Daher sollte bei Patienten unter 50 Jahren immer ein Bluttest gemacht werden, um eine HIV-Infektion als Auslöser auszuschließen.

Wer den Verdacht hat, an Gürtelrose erkrankt zu sein, sollte schnellstmöglich (innerhalb von 48 Stunden) einen Arzt aufsuchen. Denn eine frühzeitige Behandlung mit antiviralen Mitteln kann den Verlauf erleichtern und das Risiko senken, dass es zu Komplikationen oder einer postzosterischen Neuralgie kommt.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 08.12.2016
  • Autor/in: Redaktion vitanet.de: Beatrix Deiss, Medizinredakteurin; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin
  • Quellen: Paus, Ralf/Burgdorf, Walter/Sterry, Wolfram (2010): Checkliste Dermatologie: Venerologie, Allergologie, Phlebologie, Andrologie
  • Moll, Ingrid (2010): Dermatologie
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