Gürtelrose (Herpes zoster)

Ein Hautausschlag aus kleinen Bläschen, der sich streifenförmig um den Brustkorb zieht und starke Schmerzen hervorruft: So äußert sich die Gürtelrose (Herpes zoster) in den meisten Fällen. Ihr Name kommt daher, dass der Ausschlag sich oft von der Wirbelsäule aus gürtelförmig um Rücken und Bauch schlingt. Dabei können entweder beide Seiten oder nur eine Körperhälfte betroffen sein. Der wissenschaftliche Name Herpes Zoster leitet sich vom griechischen Wort für kriechen („herpein“) und für Gürtel („zoster“) ab.

Gürtelrose Windpocken Mutter mit Kind © Thinkstock
Die Bläschen treten aber nicht nur am Oberkörper auf. Sie können auch andere Körperstellen befallen wie Nacken, Kopf oder die Extremitäten. Während der Virusinfektion entzündet sich ein Nerv und im weiteren Verlauf greift die Entzündung auf das Hautareal über, das von diesem Nerv versorgt wird, das sogenannte Dermatom.

Das Varizella-Zoster-Virus – Erreger von Gürtelrose und Windpocken

Der Erreger der Gürtelrose ist das Varizella-Zoster-Virus, das auch als Humanes-Herpes-Virus-3 bezeichnet wird. Es gehört zur Gruppe der Herpes-Viren (Herpesviridae).

Bei der Erstinfektion mit dem Virus erkrankt der Betroffene an Windpocken. Wenn sie abgeheilt sind, bleibt das Virus im Körper und nistet sich in den Nervenganglien in der Wirbelsäule, den sogenannten Spinalganglien, ein. Dort verweilt es „schlafend“ über Jahrzehnte – man nennt diese Zeitspanne Latenzphase.

Im fortgeschrittenen Lebensalter kann es dann zu einer Reaktivierung des Virus kommen. Auslöser können Stress, UV-Strahlung oder Erkrankungen sein. Häufig haben die Betroffenen ein geschwächtes Immunsystem, etwa durch eine HIV-Infektion, Krebs oder durch die Immunsuppression nach einer Organtransplantation. Im Rahmen dieser Reaktivierung wandert das Virus entlang der Nervenbahn an die entsprechende Hautstelle und verursacht dort einen schmerzhaften bläschen- und gürtelförmigen Ausschlag: die Gürtelrose.

Menschen erkranken in der Regel nur einmal an Gürtelrose

Im Gegensatz zu anderen Viruserkrankungen ist die Gürtelrose also keine Infektion im eigentlichen Sinne. Denn das Virus befindet sich bereits seit langer Zeit im Körper. In der medizinischen Fachsprache ist die Gürtelrose ein „endogenes Rezidiv“, also ein Rückfall, der aus dem Körper selbst entsteht. In der Regel erkranken Menschen nur einmal im Leben an der Gürtelrose.

Das Varizella-Zoster-Virus vermehrt sich, indem es Körperzellen umprogrammiert. Es dockt an die Zelle an und schleust seine Erbinformationen ein. Diese werden in die DNS der Zelle eingebaut, was sie dazu bringt, nun selbst Viren zu produzieren. Die neuen Viren werden freigesetzt und befallen ihrerseits weitere Zellen. Die Zellen sterben infolge der Umprogrammierung nach und nach ab.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 23.05.2013
  • Autor/in: Redaktion vitanet.de: Beatrix Deiss, Medizinredakteurin; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin
  • Quellen: Paus, Ralf/Burgdorf, Walter/Sterry, Wolfram (2010): Checkliste Dermatologie: Venerologie, Allergologie, Phlebologie, Andrologie
  • Moll, Ingrid (2010): Dermatologie
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