Der Grippe vorbeugen: Saisonale Grippeimpfung

Den besten Schutz vor einer Grippeinfektion bietet eine Impfung. Besonders die Risikogruppen sollten sich gegen die saisonale Grippe impfen lassen.

Frau wird geimpft © Thinkstock
Die Impfung ist weitestgehend unkompliziert und gilt als sehr sicher. Es besteht keine Gefahr, sich mit dem Impfstoff zu infizieren und eine Virus-Grippe zu entwickeln, da es sich um einen inaktiven Impfstoff handelt. Der Erreger ist abgetötet und nicht vermehrungsfähig – anders als bei einer Lebend-Impfung, die mit einem abgeschwächten Erreger vorgenommen wird.

Saisonale Grippeimpfung ist für Ältere und Risikopatienten kostenlos

Um einen sicheren Schutz gegen die saisonale Grippe aufzubauen, ist jedes Jahr aufs Neue eine Impfung nötig: Grippeviren verändern sich ständig, weshalb auch regelmäßig neue Impfstoffe entwickelt werden müssen. Die beste Zeit für eine Grippeimpfung sind die Monate Oktober und November – vor Beginn der eigentlichen Grippesaison. Es kann auch jederzeit danach eine Impfung verabreicht werden, allerdings ist zu beachten, dass der Schutzeffekt erst ab zirka zwei Wochen nach der Impfung vorhanden ist. Von Dezember bis April treten die meisten Krankheitsfälle auf.

Die Influenza-Impfung wird von der Ständigen Impfkommission (STIKO) offiziell empfohlen. Generell sollten alle Personen ab 60 Jahren geimpft werden (Standardimpfung). Darüber hinaus wird die Impfung für weitere Personengruppen empfohlen: Risikopatienten mit erhöhter gesundheitlicher Gefährdung, beispielsweise bei chronischen Krankheiten der Lunge, des Herz-Kreislauf-Systems, Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus), Schwangere ab dem 4. Monat der Schwangerschaft, Bewohner von Altenheimen und andere mehr.

Weiterhin sollten medizinisches Personal und Personen geimpft werden, die als mögliche Infektionsquelle für Andere, beispielsweise chronisch Kranke und Pflegebedürftige, infrage kommen. Die Grippeimpfung ist eine Kassenleistung.

Impfung gegen die Schweinegrippe?

Im Jahr 2009 wurden spezifische Impfstoffe gegen die sogenannte „Schweinegrippe“ entwickelt. Um sich vor diesem Erreger zu schützen und gleichzeitig gegen die saisonale Grippe gewappnet zu sein, waren im Jahr 2009 zwei separate Impfungen nötig. Das ist seit 2010 nicht mehr der Fall: In die Influenza-Impfstoffe wurde seit der Pandemie 2009 das Antigen des A/H1N1-2009-Virus aufgenommen (neben den Antigenen des A/H3N2- und B-Virus). Damit ist der Schutz vor dem Erreger der ehemaligen „Schweinegrippe“ nun durch die jährliche Grippeimpfung mit erfasst. Ärzten steht ein sogenannter trivalenter Impfstoff zur Verfügung: Eine Impfung schützt vor drei Grippevirustypen. Es handelt sich um einen Totimpfstoff.

Neuer Impfstoff für Kinder

Seit 2012 steht, insbesondere für Kinder, auch ein abgeschwächter Lebendimpfstoff (LAIV) in Form eines Nasensprays zur Verfügung. Im Jahr 2013 hat dieser Impfstoff auch Eingang in die offiziellen Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO) gefunden. In Studien zeigt sich, dass der Impfstoff in der Altersgruppe der 6-17-Jährigen zu einer höheren Effektivität beim Grippeschutz führt als der der injizierbare Impfstoff. Außerdem ist zu erwarten, dass die Akzeptanz eines Nasensprays bei Kindern höher ist als die eines „Pieks“. Die Impfung als Nasenspray ist jedoch noch keine Kassenleistung.

Vor der Impfung immer mit dem Arzt sprechen

Zu den Kontraindikationen (Gegenanzeigen) der Grippeimpfung zählt eine Allergie auf Hühnereiweiß, weil der Impfstoff in der Regel mithilfe von Hühnereiern produziert wird. Als Alternative bei einer Allergie auf Hühnereiweiß gibt es Grippeimpfstoffe, die auf Zellkulturen basieren. Diese sind aber nicht immer verfügbar.

Außerdem müssen Sie den impfenden Arzt über Vorerkrankungen und die von Ihnen eingenommen Medikamente informieren. Menschen, die beispielsweise einen Blutgerinnungshemmer einnehmen, dürfen keine Injektion in einen Muskel erhalten. Bei ihnen kann die Impfung unter die Haut (subcutan) gegeben werden.

Keine Impfung während eines akuten Infekts

Wer unter einem akuten Infekt leidet, sollte den Impftermin in Absprache mit dem Arzt gegebenenfalls verschieben. Bei Fieber, das heißt einer Körpertemperatur über 38,5 Grad Celsius, ist der Körper zu sehr mit der Abwehr des Infekts beschäftigt, als dass er sich zusätzlich noch mit dem Impfstoff auseinandersetzen sollte. Ein verbreiteter Irrtum ist es allerdings, chronisch Kranke nicht zu impfen. Gerade diese Personen sind besonders gefährdet, wenn sie an Influenza erkranken.
Die WHO bestimmt den Impfstoff
Jedes Jahr Anfang Februar tritt die WHO (Weltgesundheitsorganisation) zusammen, um den Grippe-Impfstoff für die kommende Herbst-Winter-Saison auf der Nordhalbkugel zu bestimmen. Als Grundlage dienen Hinweise verschiedenster Referenzlabore über die voraussichtliche Entwicklung der Virus-Typen in der nächsten Grippe-Saison. Anschließend verschickt die WHO die prognostizierten Viren, die sie aus den Referenzlaboren erhalten hat, als sogenannte Saatviren an die Impfstoff-Hersteller. Die Pharmaunternehmen brauchen rund sechs Monate, bis sie den Impfstoff hergestellt haben.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 03.02.2015
  • Autor/in: Kirsten Gaede, Medizinjournalistin, Charité - Universitätsmedizin Berlin, vitanet-ch/dsb; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter und Susanne Segebrecht, Ärztinnen
  • Quellen: Was schützt im Winter vorm Infekt? MMW - Fortschritte in der Medizin 41/2005
  • Influenza - RKI-Ratgeber-Infektionskrankheiten (2009), Robert Koch-Institut
  • Fragen und Antworten zur Neuen Grippe ("Schweinegrippe"), Bundesministerium für Gesundheit, 2009
  • FAQs zur Impfung gegen die neue Influenza A/H1N1 (sog. „Schweine-Grippe“), Information für Ärztinnen und Ärzte, Bundesärztekammer
  • Aktuelle Grippeimpfung 2010/2011 mit Schweinegrippeimpfstoff; 23.09.2010; http://www.suite101.de/content/aktuelle-grippeimpfung-mit-schweinegrippeimpfstoff-a86813
  • Epidemiologisches Bulletin, 26. August 2013 / Nr. 34 http://www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Archiv/2013/Ausgaben/34_13.pdf?__blob=publicationFile (abgerufen 27.11.13)
  • Epidemiologisches Bulletin ,9. September 2013 Nr. 36/37 http://www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Archiv/2013/Ausgaben/36_37_13.pdf?__blob=publicationFile (abgerufen 27.11.13)
  • EPAR summary for the public. Fluenz - influenza vaccine (live attenuated, nasal) http://www.ema.europa.eu/docs/en_GB/document_library/EPAR_-_Summary_for_the_public/human/001101/WC500103712.pdf (abgerufen 28.11.2013)
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