Sommergrippe – krank in der schönsten Zeit des Jahres

Mal Sonne, dann Regen, Hitze und Temperaturen, die uns frösteln lassen – der diesjährige Sommer scheint unberechenbar. Dazu kommt: Die ständigen Wetterkapriolen sorgen nicht nur für trübe Stimmung – sie erhöhen auch die Gefahr, sich eine „Sommergrippe“, einen grippalen Infekt, einzufangen. 

Frau liegt krank im Bett © Thinkstock
Verstopfte Nase, Husten, Halsschmerzen, Kopfschmerzen, Fieber – was im Volksmund als „Sommergrippe“ bezeichnet wird, ist in Wirklichkeit meist eine Erkältung, genauer gesagt ein grippaler Infekt. Mit der Grippeerkrankung Influenza hat eine Sommergrippe nichts zu tun. Auslöser der grippalen Infekte im Sommer sind meist bestimmte Viren: die Entero-, Coxsackie- und Echoviren.

Die typischen Sommergrippe-Symptome – Husten, Schnupfen, Fieber

Die Symptome eines grippalen Infektes im Sommer sind die gleichen wie bei einer typischen Wintererkältung: Schmerzende Glieder, Müdigkeit und Fieber oder Halsschmerzen sind oft die ersten Anzeichen des Infektes. Hinzu kommen häufig Husten, Kopfschmerzen, Ohrenschmerzen, Schnupfen – manchmal auch Magen- und Darmprobleme.

Sonne, Hitze, Wetterwechsel – leichtes Spiel für Viren

Die Ursachen für den grippalen Sommerinfekt sind vielfältig: Die vielen Temperaturschwankungen, die Wechsel zwischen Schwitzen und Frieren, insbesondere der Übergang von warmen Außentemperaturen in stark klimatisierte Räume und Autos, belasten das Immunsystem.

Geöffnete Fenster während der Autofahrt oder Ventilatoren und Klimaanlagen trocknen zudem die Schleimhäute aus. Unsere Schleimhäute dienen als natürliche Schutzbarrieren vor Krankheitserregern. Werden sie durch Zugluft nicht mehr richtig durchblutet, können Viren und Bakterien diesen Schutz durchbrechen. Zu weniges Trinken und lange Sonnenbäder schwächen ebenfalls die Abwehrkräfte und erhöhen somit die Anfälligkeit für Infekte im Sommer.

Infektionsquellen – wo viele Menschen zusammenkommen

Übertragen werden die Viren per Tröpfcheninfektion von Mensch zu Mensch. Oft reicht ein Husten oder Niesen eines Erkrankten in der engeren Umgebung aus, um mit dem Erreger in Kontakt zu kommen.

Besonders leicht verteilen sich die Viren über den Kontakt mit kontaminierten Oberflächen wie Türklinken oder Haltegriffen. In Menschenansammlungen – im Sommer insbesondere in Freibädern, auf Open-Air-Veranstaltungen oder in öffentlichen Verkehrsmitteln – ist die Ansteckungsgefahr demnach besonders hoch. Dazu kommt: Die Entero-, Coxsackie- und Echoviren überleben bei Wärme und hoher Luftfeuchtigkeit besonders gut – und sind deshalb länger ansteckend.

Behandlung und Hausmittel – Ruhen und Tee trinken

Auch wenn die Symptome unangenehm sind – in der Regel ist der grippale Infekt nach einigen Tagen überstanden. Um die Beschwerden zu lindern und die Erkältung möglichst schnell wieder loszuwerden, helfen folgende Tipps und Hausmittel:

Tipp 1: Ruhe – Die wichtigste Regel bei einer Erkältung ist, dem Körper Ruhe zu gönnen. Einige Tage im Bett bringen Sie rasch wieder auf die Beine.

Tipp 2: Sonnenbäder meiden – Auch wenn die Sonne draußen noch so verlockend ist, zu viel UV-Strahlung schwächt das Immunsystem zusätzlich. 

Tipp 3: Warm halten – Schützen Sie Ihren Körper unbedingt vor Auskühlung und kalter Zugluft. Wichtig: Verschwitzte Kleidung und Bettlaken gegebenenfalls schnellstmöglich wechseln – sonst kühlt Ihr Körper aus.

Tipp 4: Viel trinken – Durch das vermehrte Schwitzen im Sommer ist der Flüssigkeitsverlust besonders hoch. Kommt noch Fieber hinzu, sollten Sie umso mehr trinken. Besonders geeignet sind ungesüßte warme Tees und Wasser. Vermeiden Sie hingegen eiskalte Getränke, sie kühlen die Schleimhäute aus.

Tipp  5: Nasenspülung und Inhalation –  Gegen Schnupfen hilft eine Nasenspülung. Inhalationen mit Kochsalz oder Kamille lösen den Schleim in den Atemwegen und Nebenhöhlen. >> So wenden Sie Nasenspülung und Inhalation richtig an.

Tipp 6: Gurgeln und Halswickel – gegen Halsschmerzen hilft Gurgeln mit Salzlösung oder Tees. Halswickel mit Wasser oder Quark wirken ebenfalls wohltuend. >> Wie Sie Halswickel richtig herstellen, lesen Sie hier. >> Welche Tees bei Halsschmerzen besonders guttun, erfahren Sie hier.

Tipp 7: Wadenwickel bei Fieber – Wadenwickel sind ein altbewährtes Hausmittel gegen Fieber. >> Wie Sie Wadenwickel richtig anwenden, lesen Sie hier.

Tipp 8: Pflanzliche Mittel, Inhalation, Fußbad und Honig bei Husten – Verschiedene Hausmittel können die Beschwerden bei Husten lindern. >> Welche das sind, erfahren Sie hier.

Sommergrippe – Hilfe aus der Apotheke

Von Lutschtabletten über Schleimlöser bis zu Nasentropfen. In der Apotheke finden Sie eine Vielzahl an Mitteln, die die Beschwerden eines grippalen Infektes wirksam lindern können.

Medikamente gegen Husten
Medikamente bei Fieber

Medikamente gegen Halsschmerzen
  • Naturheilmittel – Lutschtabletten und Tees: Lutschtabletten mit Pflanzenextrakten oder Salz wirken wohltuend. Tees zum Gurgeln und Trinken wirken entzündungshemmend und lindern Schluckbeschwerden. >> Mehr zu pflanzlichen Mitteln bei Halsschmerzen.
Medikamente gegen Schnupfen
Wann zum Arzt?
Bitte wenden Sie sich an einen Arzt, falls das Fieber länger als drei Tage auftritt oder über 39 Grad Celsius steigt. Sollten Sie nach mehreren Tagen keine Besserung der Symptome spüren, sollten Sie ebenfalls Ihren Hausarzt aufsuchen. Kleinkinder und Senioren sollten – wegen der Gefahr der Austrocknung – abhängig von ihrem Allgemeinzustand gegebenenfalls früher einem Arzt vorgestellt werden.

Der Sommergrippe vorbeugen – So schützen Sie sich gegen Infekte

Folgende Tipps können Sie vor einem unangenehmen grippalen Infekt im Sommer bewahren:
  • Waschen Sie sich regelmäßig die Hände und achten Sie auch sonst auf gründliche Hygiene.
  • Trinken Sie ausreichend.
  • Vermeiden Sie zu kalte Getränke.
  • Vermeiden Sie häufige lange Sonnenbäder.
  • Wechseln Sie nach dem Schwitzen oder Baden schnellstmöglich die nasse Kleidung.
  • Vermeiden Sie stark klimatisierte Räume und stellen Sie die Klimaanlage im Auto auf eine nicht zu niedrige Temperatur.
  • Vermeiden Sie, dass Ihr Körper auskühlt – bleiben Sie beispielsweise nicht zu lange im Wasser.
  • Vermeiden Sie direkten Luftzug.
  • Ernähren Sie sich gesund (viel Obst und Gemüse).
  • Treiben Sie Sport und vermeiden Sie zu viel Stress, Alkohol und Nikotin.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 14.08.2017
  • Autor/in: Anja Dolski, Medizinredakteurin, vitanet.de.
  • Quellen: Arbeitsgemeinschaft Influenza des Robert Koch Instituts
  • Erkältungen auf grippeweb.de des Robert Koch Instituts
  • Enteroviren; Infektionskrankheiten www.rki.de
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